Minister in Marsberg – Junge Mediziner aufs Land locken

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (re.) trägt sich in das goldenee Buch der Stadt ein. Daneben Dr. Patrick Sensburg und Bürgermeister Klaus Hülsenbeck.
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (re.) trägt sich in das goldenee Buch der Stadt ein. Daneben Dr. Patrick Sensburg und Bürgermeister Klaus Hülsenbeck.
Foto: WP
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) war am Montag zu Besuch in Marsberg und sagte, wie er junge Ärzte aufs Land ziehen will.

Marsberg.. Um jungen Ärzten ländliche Regionen schmackhaft zu machen, soll die Residenzpflicht aufgehoben werden. Das sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) am Montag bei einem Besuch in Marsberg. Auf Einladung des CDU-Stadtverbandes stattete Grohe der LWL-Klinik Marsberg einen Besuch ab.

Arbeitgeber von 1600 Menschen

„Das Thema medizinische Versorgung im ländlichen Raum brennt uns allen unter den Nägeln“, begrüßte Michael Rosenkranz, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes die fast 100 Gäste, die zum Ministerbesuch in den Festsaal der LWL-Klinik gekommen waren. „Immerhin sind die Stadt Marsberg und die LWL-Kliniken seit mehr als 200 Jahren stark miteinander verbunden aus Patientensicht aber auch als wichtiger Arbeitgeber von 1600 Menschen vor Ort“ so Rosenkranz. Dr. Georg Lunemann, erster Landesrat und Kämmerer des LWL betonte in kleiner Runde, bevor sich der Bundesminister ins goldene Buch der Stadt eintrug, dass der LWL in Marsberg eng verzahnt sei im Landkreis und „großes Interesse daran besteht, zu sehen, wie es hier weitergeht.“ 100 000 Menschen seien in den vergangenen Jahren erfolgreich therapiert worden. Dr. Lunemann: „Nicht im Ballungsraum sondern hier, gemeinsam mit der Tagesklinik, der Ambulanz und den Menschen zu Hause.“ Gerade für die Menschen im Hochsauerlandkreis und in Südwestfalen sei ein Gesundheitsstandort wichtig, der in kurzer Zeit und naher Entfernung erreicht werden könne, sagte auch der Bundestagsabgeordnete Dr. Patrick Sensburg (CDU).

In seinem anschließendem Vortrag sprach sich der Minister dafür aus, dass die seelische Belastung einen größeren Stellenwert in die betrieblichen Gesundheitsförderung zukommen müsse. Auch die Weiterentwicklung der Psychiatrievergütung sei auf einem guten Weg. Gerade im psychischen Bereich müsse mehr Wert auf Prävention und Prophylaxe gelegt werden, damit beispielsweise Süchte erst gar nicht entstehen. Damit ließen sich enorme Kosten sparen, etwa wie im Bereich der Diabetes.

Zunahme der Demenz-Erkrankungen

Die Zunahme von dementiellen Erkrankungen nannte er die Kehrseite des demografischen Wandels. Thematisiert werde in den Fachausschüssen die engere Verknüpfung von stationärer und ambulanter Behandlung gerade auch in der Altenpflege und Palliativmedizin oder zwischen Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung mit Spezialkrankenhäusern. Das Pflegeberufsgesetz werde seit zehn Jahren strittig diskutiert. Nicht mehr klar solle die Ausbildung der Alten- und Krankenpflege getrennt werden.

Folgen Sie uns auch auf Facebook.

EURE FAVORITEN