„Meilenstein in Geschichte unserer Stadt“

Das neue Stadtmuseum Haus Hövener in Brilon wurde am 14. Juni 2011 eröffnet. Fotos: Thomas Winterberg
Das neue Stadtmuseum Haus Hövener in Brilon wurde am 14. Juni 2011 eröffnet. Fotos: Thomas Winterberg
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Brilon.. Schade, dass Wilhelmine Hövener das nicht mehr erleben durfte. Obwohl: Irgendwie war sie gestern fast schon spürbar anwesend. Mit einem Festakt und 250 Gästen im Bürgerzentrum Kolpinghaus ist das Stadtmuseum „Haus Hövener“ offiziell seiner Bestimmung übergeben worden. Eine würdige Veranstaltung für einen großen Tag in der Geschichte der Stadt Brilon.

Museumsleiterin Sabine Volmer ist die Anspannung der vergangenen Wochen noch anzusehen. Bis Montagmorgen halb vier war sie an ihrem neuen Arbeitsplatz, dann ging versehentlich auch noch die Alarmanlage los. Aber das ist jetzt vergessen. „Frau Föckeler, die das Haus aus früherer Zeit gut kennt, hat uns neulich kurz besucht. Als ich sie wenig später fragte, wie es ihr gefallen habe, sagte sie: Es ist anders als früher, aber es wird schön.“

Als Symbol für den „Glauben an die Zukunft der Vergangenheit“ sieht Professor Dr. Baumeier das neue Museum. Der ehemalige Leiter des LWL-Freilichtmuseums Detmold hat die „großherzige, gebildete und aufgeschlossene“ Wilhelmine Hövener noch persönlich kennen gelernt. Auf einer Postkarte in Sütterlin-Schrift habe sie ihm 1994 mitgeteilt, dass sie historische Öfen und Betten anzubieten habe. Bei seinem ersten Besuch in Brilon ist seine Begeisterung grenzenlos: „Ein ganzes Haus voller schlafender Kulturgeschichte, ein Schatz am Briloner Marktplatz.“ Die Wirtschaftsgeschichte Westfalens erscheint in einem neuen Licht.

Gut investiertes Geld

„Dieses Haus der Kultur soll ein Haus von Gestern, Heute und Morgen sein“, dankt der sichtlich gerührte Vorsitzende der „Stiftung Briloner Eisenberg und Gewerke“, Wolfgang Nickolay, den vielen Unterstützern dieses Projektes. „Wilhelmine Hövener hat in ihrer grenzenlosen Hilfsbereitschaft gemeint, ihr Erbe müsse in caritative Hände kommen. Aber wir haben sie davon überzeugen können, dass das über 200 Jahre alte Haus aus alter Briloner Eiche der richtige Platz für ein Museum ist. Selbst heute nach der Fertigstellung stehen wir erst am Anfang unserer Arbeit“, sagt Nickolay. Nun beginne die Zeit, das Haus mit Leben zu füllen.

Einen „Meilenstein in der Geschichte“ nennt der Vorsitzende des Briloner Heimatbundes – Semper Idem“, Winfried Dickel, das Museumsprojekt. Brilon rücke als historisch bedeutender montanwirtschaftlicher Standort in die Bundesliga auf. Dickel weiter: „Liebe Sabine Volmer, wenn Du den Schlüssel zum Haus Hövener umdrehst, öffnest Du zugleich die Herzen der Briloner und der auswärtigen Museumsbesucher.“ Der Wert des Museums werde sich nicht in Cent und Euro widerspiegeln. Er werde sich aber in dem Stolz der Briloner zeigen, in strahlenden Kinderaugen, in den Kommentaren der Besucher, die Brilon mit andern Augen wahrnehmen werden.“

Von einem „neuen Anfang für das kulturelle Leben in Brilon und in Südwestfalen“ spricht Bürgermeister Franz Schrewe. „Jeder, der unser neues Museum besucht, wird fasziniert sein“, sagt der Bürgermeister. Die jährlichen Zuwendungen der Stadt seien gut investiertes Geld in den Lebenswert Brilons.

Wenn Prof. Dr. Wilfried Stichmann, Vorstandsmitglied der NRW-Stiftung, gefragt wird, wo denn das Geld der Stiftung investiert wird, dann verweist er oft auf das Beispiel Brilon. Stichmann: „In den 25 Jahren unseres Bestehens haben wir 2300 Projekte gefördert. Aber nicht alle sind so gut wie das Briloner. Wir möchten nicht nur Denkmäler restaurieren, wir möchten dazu beitragen, liebens- und lebenswerte Stücke Heimat zu erhalten. Und das geschieht hier mit einem äußerst engagierten Verein.“

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