Mehr als Vogelschießen und Bier trinken

Oberschledorn..  Schützenwesen ist mehr als nur Vogelschießen und Biertrinken. Das wurde auf der Kreisversammlung der Schützen in Oberschledorn wieder einmal mehr als deutlich, denn ohne das ehrenamtliche Engagement der Schützen in den Städten und Dörfern laufe nicht so alles rund.

Das spiegelte sich auch in den Zahlen wider, die Kreisgeschäftsführer Norbert Clement den 687 Schützen vorlegte. Außer den 28 000 Euro an Spenden für wohltätige Zwecke wurden 600 000 Euro in die vereinseigenen Immobilien investiert sowie 35 000 Stunden an Eigenleistung erbracht.
Auch wenn diese oft an der vereinseigenen Schützenhalle geleistet wurden, so profitiere letztendlich doch die gesamte Gemeinde davon, so Clement und stellte fest: „Weiß eigentlich die Politik, was passiert, wenn sie nicht mehr auf ehrenamtliche Tätigkeit von Schützen und Bürgern bauen kann.“ Clement gab die Antwort gleich mit: „Wohl kaum, denn sonst würde man den Schützen nicht so oft Knüppel zwischen die Beine werfen und einer wahren Reglementierungswut aussetzen.“ Einen guten Rat hatte er dann auch noch parat: „Beamte, die sich so etwas ausdenken, sollte man besser bei der Unterstützung der Flüchtlinge einsetzen.“

Vor einem musikalischen geistlichen Wort des evangelischen Kreispräses Uwe Steinmann stellte der 1. Vorsitzende von St. Hubertus Dreislar, Georg Kappen, zunächst sein Heimatdorf sowie die Bruderschaft von 1903 vor. Er dankte vor allem aber den Oberschledorner Antoniusschützen, die es seinem Verein ermöglicht hatten, eine solche Veranstaltung durchzuführen, da die eigene Halle doch ein wenig zu klein gewesen sei. Übrigens eine Maßnahme, die Schule gemacht hat, denn im kommenden Jahr ist St. Sturmius Leitmar Ausrichter und die Kreisversammlung findet bei den St.-Magnus-Schützen von Niedermarsberg statt.

Die Jugend mehr begeistern

Bundesschatzmeister Arthur Wahle (Assinghausen) möchte die Jugend mehr für das Schützenwesen begeistern und für den stellvertretenden Landrat des Hochsauerlandkreises, Ferdi Lenze, bilden die Schützen das Dach, unter dem alle Bürger einer Gemeinde eine Heimat finden.

Medebachs Bürgermeister Thomas Grosche bezeichnete Dreislar als das Kleinod unter den Dörfern seiner Stadt, in dem sich gut leben lasse, nicht nur wegen seiner vier Kneipen. Grosche: „Da stimmt die Dorfgemeinschaft noch.“ Darüber hinaus warf er die Frage auf, ob man in Düsseldorf nichts anderes zu tun habe, als dem Sauerland die Welt zu erklären. Der heimische Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese (SPD) bedankte sich nicht nur bei Dieter W. Braun für seinen Einsatz für das Schützenwesen, sondern ließ schon jetzt ein wenig Werbung für die Landtagswahl im kommenden Jahr in seine kurze Rede einfließen. Das kam jedoch nicht so gut an, wie unter Punkt Verschiedenes moniert wurde.

Der heimische Landtagsabgeordnete Matthias Kerkhoff (CDU) bemängelte das Fingerspitzengefühl, das man in Düsseldorf an den Tag lege und stellte kurz und knapp fest: „In Sonntagsreden wird das Ehrenamt gelobt und von montags bis freitags das Gegenteil gemacht.“

Bevor die Schützen zum gemütlichen Teil übergingen, rundeten die Ehrungen im Pokalschießen sowie ein Ausblick auf die Bundesversammlung in Lippstadt und das Bundesschützenfest in Bad Salzkotten die Kreisversammlung ab.

 
 

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