Massiver Protest gegen Vorfahrtregel in Winterberg

Die neue Vorfahrtregel im Zuge der „Zone 30“-Ausdehnung in Winterberg stößt auf Kritik.
Die neue Vorfahrtregel im Zuge der „Zone 30“-Ausdehnung in Winterberg stößt auf Kritik.
Foto: Ralf Hermann
Die neue „Rechts vor Links“-Regelung in der Kernstadt Winterberg im Zuge der ausgedehnten „Tempo 30“-Zone stößt immer mehr auf massive Kritik. Vielen Winterbergern gefällt die neue Regelung überhaupt nicht. Mittlerweile gibt es neben der Online-Petition, in der gegen die Vorschriften unterzeichnet und protestiert werden kann, auch Unterschriftenlisten in Winterberg.

Winterberg.  Die neue „Rechts vor Links“-Regelung in der Kernstadt Winterberg im Zuge der ausgedehnten „Tempo 30“-Zone stößt immer mehr auf massive Kritik. Vielen Winterbergern gefällt die neue Regelung überhaupt nicht. Mittlerweile gibt es neben der Online-Petition, in der gegen die Vorschriften unterzeichnet und protestiert werden kann, auch Unterschriftenlisten in Winterberg.

Im Internet haben sich Stand gestern Nachmittag unter www.openpetition.de/petition/online/abschaffung-der-neuen-rechts-vor-links-regelung bereits 456 Unterstützer eingetragen. 2000 Unterstützer sind - so steht es auf der Seite - nötig, damit sich dann ein zuständiger Petitionsausschuss mit diesem Thema befasst. Die Unterzeichner haben zudem die Möglichkeit, sich in einem Blog kritisch mit dem Thema zu befassen. Die Tendenz in diesen Kommentaren ist eindeutig. Viele finden die neue Regelung einfach unsinnig und halten das Unfallrisiko für viel zu hoch. Andere sahen und sehen keinen Handlungsbedarf, die alte, funktionierende Regelung zu verändern und kritisieren insbesondere die Verwaltungsspitze um Bürgermeister Eickler mitunter scharf für diese Maßnahmen.

Wiederum andere berichten von ihren bereits gemachten Erfahrungen in Sachen Beinahe-Unfällen, Staus, Vollbremsungen sowie schimpfenden Fußgängern, die angesichts auf dem Zebrastreifen stehender Autos nicht über die Straße gehen können. Ein Blog-Thema ist auch der bevorstehende Winter. Viele befürchten gerade bei verschneiten Straßen ein Verkehrs-Chaos und eine Unfallflut, insbesondere an ansteigenden Straßen wie der Bahnhofstraße. Es gibt auch User, die die „Tempo 30“-Zone gut finden, die Vorfahrtregelung aber lieber abgeschafft sehen.

Ob eine Petition überhaupt noch erforderlich ist, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Angesichts der Proteste hat auch die Stadt Winterberg Stellung bezogen. Die durchgängige „Zone 30“ in der Winterberger Kernstadt sei Ausfluss aus dem bereits vor Jahren erarbeiteten und im Rat umfänglich diskutierten Verkehrskonzept mit Verkehrsleitsystem. Das Projekt sei durch ein Planungsbüro aus Hannover begleitet und auch mit der Straßenverkehrsbehörde und der Kreispolizeibehörde umfänglich erörtert worden. „Es war politischer Wille, aber auch Wunsch vieler Anwohner, die Geschwindigkeit in der Innenstadt merklich zu reduzieren“, schreibt die Verwaltung. Die „Zone 30“ diene der Verkehrssicherheit und der Verkehrsberuhigung und vor allem dem Schutz der „schwächeren“ Verkehrsteilnehmer wie Kinder, Fußgänger, Behinderte etc. Die Stadt verweist zudem darauf, dass mit der durchgängigen 30-km/h-Zone die Vorfahrtregelung „Rechts vor Links“ gesetzlich zwingend vorgeschrieben sei. Neben der Ablehnung hat die Stadt nach eigenen Angaben auch positive Resonanz bis zu dem Wunsch auf Erweiterung der Zone erhalten.

Zurzeit sammelt die Stadt die Anregungen und kritischen Hinweise. Diese sollen dann im Haupt- und Finanzausschuss am 10. September erneut politisch diskutiert werden, um dann mit den Fachbehörden zu besprechen, ob gegebenenfalls Anpassungen sinnvoll seien.