Mann (41) soll Prostituierte im Bordell vergewaltigt haben

Ein Fortsetzungstermin ist für den 12. August angesetzt.
Ein Fortsetzungstermin ist für den 12. August angesetzt.
Foto: Volker Hartmann
  • Angeklagter streitet die Tat ab
  • Übergriff soll sich im Saunaclub in Bredelar ereignet haben
  • Nach einvernehmlichen Geschlechtsverkehr soll der Mann die Frau misshandelt haben

Brilon/Bredelar.. Auf einer Doppelliege im Saunabereich eines Bordells in Bredelar soll ein 41 Jahre alter Familienvater aus Korbach eine Prostituierte vergewaltigt und misshandelt haben. Deshalb musste er sich gestern vor dem Schöffengericht in Brilon verantworten. Der Vorfall hat sich im Februar abgespielt. Der 41-Jährige soll laut Anklageschrift gegen 1.30 Uhr – nach dem einvernehmlichen Geschlechtsverkehr – mehr von der Frau gefordert haben, als zuvor vereinbart worden sei.

Da die Dame das nicht wollte, soll er sie am Hals gepackt und auf die Liege gedrückt haben, heißt es von Seiten der Staatsanwaltschaft. Gegen den Willen der Prostituierten soll er den Geschlechtsakt vollzogen haben und gewalttätig geworden sein.

Angeklagter streitet Tat ab

Der Angeklagte, der mit Lederjacke, Hemd und Jeans vor dem Gericht erschienen ist, streitet die Tat ab. Der Familienvater bestätigt aber, dass er sich mit einem Freund in dem Etablissement aufgehalten hatte. Im Vorfeld habe er bereits etwa eine Flasche Wodka getrunken. An der Bar im Bordell sei er mit der Frau ins Gespräch gekommen und habe ihr einen Sekt ausgegeben, bevor sie in den Saunabereich gegangen seien. „Ich sollte erst 50 Euro zahlen, dann habe ich Geld geholt und dann haben wir Sex gemacht“, sagt er. Dann habe es Probleme mit dem Kondom gegeben. „Sie wollte dann nicht weitermachen und war ziemlich außer sich. Dann habe ich aufgehört“, so der Angeklagte.

Ob in diesem Moment die vereinbarte Zeit abgelaufen war, lässt sich vor Gericht an diesem Tag nicht klären. Denn die vermeintliche Geschädigte erscheint nicht. Richter Schwens verliest deshalb Auszüge der polizeilichen und richterlichen Aussagen des mutmaßlichen Opfers. Daraus gehen allerdings Unstimmigkeiten hervor.

Streit wegen offener Rechnung

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft wendet sich dann an den Angeklagten: „Bei der Polizei sollen Sie gesagt haben: ,Wie kann man denn eine Prostituierte vergewaltigen?’ Richtig?“ Der Mann nickt.

Er behauptet auch, der Barkeeper habe die Polizei nur gerufen, da er sich geweigert habe, vor dem Verlassen des Hauses Geld für den Sekt (20 Euro) zu zahlen. Das sieht der Barkeeper anders. Der Angeklagte habe zunächst weder das Geld für die Dienstleistung noch den Sekt gezahlt. Zwei weitere Zeugen sagen aus – ein Gast, der Hilferufe gehört hatte, und der Freund des Angeklagten. Sie bringen keine Klarheit.

Fortsetzung angesetzt

Die Recherche zum Verbleib der Geschädigten sowie zweier weiterer Zeuginnen bleibt zunächst erfolglos. Sie sind nicht mehr in dem Bordell gemeldet, sollen aber ausfindig gemacht werden. Richter Schwens beraumt einen Fortsetzungstermin für den 12. August an. Dann sollen Zeugen Aufschluss über den genauen Tathergang geben.

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