„Man sieht die Welt mit anderen Augen“

Brilon.  „Tauchen Sie einen Moment ab in die Welt der Fotografin und Fotodesignerin Michaela Fiebig und finden Sie mit ihren Bildern Ihre eigenen, unvergesslichen Momente.“ Dazu lädt eine Ausstellung in der Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten ein. Die in Berlin aufgewachsene Fotografin merkte nach ihrer Ausbildung zur Hotelfachfrau, dass sie sich im kreativen Bereich und mit der Kamera in der Hand zu Hause fühlt. Sie bemerkt Schönheit in Dingen, an denen anderen vorbeilaufen. Anfang 2015 machte sie in Brilon mit MiFi Fotografie ihr Hobby neben ihrer Tätigkeit bei einem Sauerländer Textilhersteller zum Beruf. In der Volksbank-Galerie eröffneten Reiner Leisse (Prokurist) und Eva Kleff (Marketing) am Donnerstag die Ausstellung „Visionen“.

Auf ihren auf Leinwand gezogenen Fotografien zeige Michaela Fiebig „alltägliche Dinge mit einem etwas anderen Farbkontrast, die bei mir eine ganz besondere Wirkung hinterlassen“, so Leisse in seiner Einführung. Dinge, die ihm sonst wohl nie aufgefallen wären. „Man sieht die Welt mit anderen Augen“.

Das Wesentliche im Bild erfassen

Michaela Fiebig stellt auch einige Möbelstücke aus, die sie restauriert und veredelt hat. So peppen zum Beispiel eine historischen Schreibmaschine und eine Schneiderpuppe die Ausstellung auf.

„Unsere Gesellschaft ist eine Wegwerfgesellschaft, deswegen sind wir sehr oberflächlich“, sagt die Fotografin. „Wir werden mit Werbung vollgestopft und werden deshalb nicht mehr satt.“ Aber es seien die einfachen Dinge, „die einzigartig sind und glücklich machen“. Man entdeckt in der Ausstellung alte Möbelstücke. Dinge, die ein anderer vielleicht langweilig fand und entsorgte. Michaela Fiebig erweckte sie zu neuem Leben. Wer einem Möbelstück eine etwas andere Note geben möchte, kann sich an die Künstlerin wenden.

Es ist die ungewöhnliche Kontrastbelichtung, die ihren Aufnahmen den besonderen Touch gibt. „Die Leute sagen oft, wie ich fotografiere, ist von der Kontrastbelichtung etwas anderes“, meint die Fotografin. „Aber ich möchte mir selber treu bleiben.“ Man kann Michaela Fiebig für Foto-Shootings etwa zu Hochzeiten oder Portraits buchen. Sie müsse bei den Fotos Emotionen spüren, so Fiebig. „Deshalb verbringe ich viel Zeit an diesem Tag mit den Menschen. Ich will in das Innere sehen, wie sie ticken.“

Im Moment ist das Fotografieren noch eine nebenberufliche Arbeit, aber irgendwann soll das im Zentrum stehen. Sie habe immer gerne fotografiert, aber nie an eine Veröffentlichung gedacht. Durch persönliche Einschnitte in ihrem Leben hat sie die Fotografie intensiviert, als sie in einer Therapie merkte: „Ich fühle mich dort zu Hause und dachte, dass ich auch andere Menschen vielleicht abholen kann“.

Alle Bilder sind käuflich zu erwerben, ebenso diverse Möbelstücke. Die Ausstellung läuft noch bis 30. Dezember.

 
 

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