„Letzter roter Punkt“ in Gefahr

Brilon bleibt weiter Herr im eigenen Haus (WP vom 9. März). Die Sitzung des Briloner Stadtrates am 7. März war für uns Hoppecker ein Punkt der Tagesordnung von besonderer Bedeutung.

Nachdem in den letzten neun Jahren immer wieder von Seiten unserer Ortsvorsteherin Alice Beele versucht wurde, das mehr als hässliche und teilweise nicht mehr verkehrssichere Umfeld der Alten Schule zu erneuern, bestand nach umfangreichen Planungen jetzt berechtigte Hoffnung, dass es dazu kommen würde.

Die Hälfte von Frau Beeles SPD-Fraktion hatte ganz klar geäußert, dass sie diesem Bauvorhaben auf gar keinen Fall im Rat zustimmen würde. So bemühte sich Frau Beele in vielen persönlichen Gesprächen parteiübergreifend bei den im Stadtrat vertretenen Fraktionen um eine evtl. Mehrheit für das Projekt. Der stv. SPD-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kleineberg warb – obwohl er im Vorfeld seine persönliche ablehnende Haltung bekundet hatte – in seiner Haushaltsrede sogar für das Projekt. Die FDP-Fraktion hatte glaubhaft zugesichert, in jedem Fall für das Projekt zu stimmen. Von der CDU wurde signalisiert, dass zumindest ein Teil der Fraktionsmitglieder zustimmen würden. Die BBL würde dagegen stimmen.

Herr Loos von der BBL forderte dann in seiner Haushaltsrede seine Ratskolleginnen und -kollegen auf, nicht für die „Pflasterung des Dorfplatzes“ zu stimmen. Scheinbar hatte er den Planungsentwurf überhaupt nicht eingesehen, denn sonst hätte ihm auffallen müssen, dass ein Großteil aller momentan asphaltierten Flächen entsiegelt und begrünt werden sollte. (...)

Maßgeblich zum Scheitern des SPD-Antrages trug der 1. stv. Bürgermeister Ludger Böddecker bei. Dieser hatte im Vorfeld auf hinterhältigste Art und Weise versucht, parteiübergreifend eine Ratsmehrheit für eine sogenannte „billigere Lösung“, sprich erneute Asphaltierung der gesamten Fläche, zustande zu bringen. Dadurch verliert die Stadt 35.000 Euro Leader-Fördermittel und muss zukünftig alles bezahlen.

Da ja in nicht allzu ferner Zukunft Kommunalwahlen anstehen, haben diese Aktivitäten des Herrn Böddecker selbstverständlich auch hierauf Auswirkungen.

Denn eins ist nach dieser Ratssitzung sicher. Es werden im Vorfeld der Wahl in Hoppecke nochmal die Wählerinnen und Wähler genau daran erinnert, wer Frau Beele und somit Hoppecke bei diesem Antrag unterstützt hat und wer gegen Hoppecke „gearbeitet“ hat. So wird dann auf lange Zeit einer der letzten „roten Punkte“ auf der politischen Landkarte des Altkreises Brilon verschwinden und dadurch auch die Möglichkeit der Briloner SPD im Stadtrat die Zukunft der Stadt mitzubestimmen.

Bravo! Ein wahrliches Meisterstück und Beweis für gelebte politische Dummheit und Unglaubwürdigkeit! Wer so etwas miterlebt, braucht nicht mehr nach Gründen für Politikverdrossenheit und mangelndem ehrenamtlichen Engagement zu suchen!

Josef Falkenstein

Hoppecke