Letzter Neujahrsempfang als Bürgermeister in Brilon

Beim Neujahrsempfang der Stadt Brilon im Bürgerzentrum: (v.l.) Landrat Dr. Karl Schneider, Bürgermeister Franz Schrewe, Stadtbrandmeister Wolfgang Hillebrand, Egger-Geschäftsführer Gerhard Niehaus und Hoppecke-Geschäftsführer Friedhelm Nagel
Beim Neujahrsempfang der Stadt Brilon im Bürgerzentrum: (v.l.) Landrat Dr. Karl Schneider, Bürgermeister Franz Schrewe, Stadtbrandmeister Wolfgang Hillebrand, Egger-Geschäftsführer Gerhard Niehaus und Hoppecke-Geschäftsführer Friedhelm Nagel
Foto: WP
Zu seinem 15. und letzten Neujahrsempfang der Stadt hatte Brilons Bürgermeister Franz Schrewe Sonntagmittag ins Bürgerzentrum eingeladen. Als Ehrengäste im Mittelpunkt: die Chefs jener Firmen, die Feuerwehrleute beschäftigen.

Brilon..  „Politik ist eine Arbeit auf Zeit. Dessen muss man sich immer bewusst sein. Und man muss wissen, dass man mit dem Dienstzeit-Ende wieder aus dem Mittelpunkt heraustritt. Dann steht man wieder in der Reihe als einer unter vielen Bürgern.“ Zum letzten Mal stand Franz Schrewe Sonntagmittag beim Neujahrsempfang der Stadt Brilon hinter dem Rednerpult.

Künftig, so sagte er, wolle er gerne von der anderen Seite aus an dem Festakt teilnehmen. Im Sommer - genau: am 22. Juni um Mitternacht, dem Briloner Schützenfestsonntag, wenige Stunden vor der Schnade - endet die Ära Schrewe. 15 Jahre lang, drei Wahlperioden, hatte der Scharfenberger das Amt inne. Und es erfülle ihn „mit großem Dank“, der erste Bürgermeister zu sein, der in der 1040-jährigen Geschichte der Stadt „direkt von den Bürgern und nicht von einer Mehrheit des Stadtrates gewählt wurde“.

In acht Minuten an der Brandstelle

Damit ließ es Schrewe gestern in eigener Sache genug sein. Vielmehr stellte er dann jene in den Mittelpunkt, die zu den besonderen Ehrengästen eines jeden Neujahrsempfangs gehören. Das waren in diesem Jahr speziell jene Arbeitgeber, in deren Betrieben Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr beschäftigt sind. Denn die, so Schrewe, müssen bekanntlich „von jetzt auf gleich“ alles liegen und stehen lassen, wenn ihr Piepser oder die Sirene sie zum Einsatz rufe.

Innerhalb von acht Minuten nach der Alarmierung, so fordert es das Feuerschutz-Hilfegesetz, müsse die Feuerwehr „mit Wasser im Schlauch an der Brandstelle sein“. Schrewe dankte den Firmenchefs, dass sie dieses ehrenamtliche Engagement unterstützen. Die Firmen, so Schrewe, erhielten von ihren Floriansjüngern ja auch etwas zurück: Feuerwehrleute seien besonders zuverlässige und engagierte Mitarbeiter. (Siehe separater Bericht).

Gedenken an Willi Kitzhöfer und Wolfgang Nickolay

Besonderes Engagement legten auch jene zwei im vergangenen Jahr verstorbenen Briloner Ur-Gesteine an den Tag, die sich über Jahrzehnte für die Stadt engagiert hatten und deren Wirken Schrewe in Erinnerung rief: Willi Kitzhöfer, SPD-Kommunalpolitiker aus Petersborn, und Wolfgang Nickolay, ehemaliger Verkehrsvereins- sowie Heimatbundvorsitzender und Motor der Stiftung Briloner Eisenberg und Gewerke/Haus Hövener.

Und was bewegt den Bürgermeister nach 15 Amts- und insgesamt 25 Ratsjahren? Die Kernstadt und ihre Dörfer seien „zusammen gewachsen und zusammengewachsen“.

Eine besondere politische Herausforderung sei die demografische Entwicklung mit ihrem Bevölkerungsrückgang und der stets älter werdenden Gesellschaft. Mit der Schaffung einer attraktiven Infrastruktur rund um Arbeitsplätze, Wohnen und Freizeit haben die politisch und wirtschaftlich verantwortlichen Kräfte ein gemeinsames Ziel vor Augen. Dazu gehören neue Gewerbegebiete wie z.B. an der Dollenseite, Baumöglichkeiten auch auf den Dörfern, der Gesundheitspark am Schönschede, die Bildungslandschaft mit der neuen Sekundarschule und die Investitionen in Tourismus und Freizeit aus dem Regionale-Paket.

Sternsinger schauten vorbei

Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang von Michael Gumenjuk am Flügel mit Werken von Chopin und Vivaldi.

Unter den Teilnehmern des Neujahrsempfangs waren die beiden Briloner Bundestagsabgeordneten Dr. Patrick Sensburg (CDU) und Dirk Wiese (SPD), der Oberkreisdirektor a.D. Dr. Adalbert Müllmann, Gerda Bertram, die NRW-Landesvorsitzende im Sozialverband Deutschland (SovD), der in Brilon die bundesweit einzige Erholungseinrichtung, das Haus am Kurpark, betreibt, sowie Bernhard Mertmann, der Vorsitzende des Landesverbandes der Kriegsblinden, die in der Pulvermühle das Blindensanatorium unterhalten.

Auch die Sternsinger schauten traditionell vorbei.

 
 

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