Kuh „Lotte“ tanzt vor der neuen Milchstation

Darauf ein Glas Milch! In Referinghausen wurden acht Milchstationen eingeweiht.
Darauf ein Glas Milch! In Referinghausen wurden acht Milchstationen eingeweiht.
Foto: WP

Referinghausen..  Mehr Kühe als Einwohner: Offensiv geht das 253-Seelen-Dorf Referinghausen mit dieser Tatsache um und schöpft für seine eigene dörfliche Entwicklung „den Rahm“ von diesem Slogan ab. Am Himmelfahrtstag wurden beim großen Dorffest (Bericht folgt) acht Milchstationen ihrer Bestimmung übergeben. Sie sind Bestandteil der Initiative „Milch macht Ku(h)lturlandschaft“. Dahinter stehen das NRW-Landwirtschaftsministerium und die Landesvereinigung der Milchwirtschaft. Unter Mitwirkung des Naturparks Rothaargebirge und durch tatkräftige Initiative des Dorfes wurden acht Stationen entwickelt, die die regionalen Besonderheiten der Milcherzeugung aufzeigen.

„Viele Menschen wissen nicht mehr, wie arbeitsintensiv das Milchmachen ist und dass Kühe nicht lila sind. Es gibt noch 7.600 Milchviehhalter in NRW - davon fünf Vollerwerbsbetriebe in Referinghausen - und rund 400.000 Kühe. Würde man die erzeugte Milchmenge in Tetrapacks abfüllen, reichte die Strecke von der Erde bis zum Mond“, sagte Dr. Martin Michalzik, der beim NRW-Landwirtschaftsministerium die Unterabteilung „Ländliche Räume“ leitet.

Stationen im Dorf verteilt

In Vertretung für den erkrankten Staatssekretär meinte er: „Sie haben heute den Generalvikar erwartet und nur der Küster ist gekommen. Aber ich werde ihm von Ihrer lebendigen Dorfgemeinschaft berichten.“ Die acht Stationen sind im und rund um das Dorf verteilt.

Dazu gehört auch ein Memory-Spiel und eine melkbare Kuh mit Plastikeuter. Ein weiterer Anlaufpunkt ist der Hof Hesse/Greten, wo ein Kühlschrank mit frischen Milchprodukten steht, an dem sich Wanderer gegen einen Obolus bedienen können. Neuerdings vermarktet der Hof auch Käse aus eigener Milch.

Wilhelm Brüggemeier, Vorsitzender der Landesvereinigung der Milchwirtschaft, beglückwünschte den Ort, der sich landesweit in guter Gesellschaft befindet. Denn es gibt bereits drei Milchwanderwege (Wipperfürth, Homert und Nieheim), zwei Milchradwege (Steinfurt und Hünxe) sowie eine „Milchstraße“ (Mühlenkreis). „Ganz bewusst führen wir den Buchstaben „h“ in dem Begriff Kuhlturlandschaft, weil die Milchviehbewirtschaftung für eine lebhafte Kulturlandschaft sorgt“, so Brüggemeier. „Bei soviel Engagement vor Ort machen wir uns mit diesem Projekt selbst ein Geschenk zu unserem 50-jährigen Bestehen“, sagte Petra Mengeringhausen vom Naturpark Rothaargebirge.

Die Idee zu den Milchstationen gab ein Seminar im Ort zum Thema „zukunftsfähige Entwicklung im ländlichen Raum“. Ein Ergebnis war es, zur Regionale 2013 die in Referinghausen dominierende Milchwirtschaft zu einem Markenzeichen zu nutzen.

 

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