Kritik an möglichem Standort und an der Form der Bürgerbeteiligung

Fotomontage von Willi Schmidt zum Thema Windkraftanlagen nahe Niedersfeld.
Fotomontage von Willi Schmidt zum Thema Windkraftanlagen nahe Niedersfeld.
Foto: Willi Schmidt
Die mögliche Ausweisung von Windkraftkonzentrationsflächen im Bereich „Hoher Hagen“ westlich von Niedersfeld löst nicht überall Begeisterung aus. In Niedersfeld liegen seit einigen Tagen Listen aus, auf denen Bürgerinnen und Bürger per Unterschrift gegen diesen möglichen Standort protestieren können.

Niedersfeld.  Die mögliche Ausweisung von Windkraftkonzentrationsflächen im Bereich „Hoher Hagen“ westlich von Niedersfeld löst nicht überall Begeisterung aus. In Niedersfeld liegen seit einigen Tagen Listen aus, auf denen Bürgerinnen und Bürger per Unterschrift gegen diesen möglichen Standort protestieren können.

Darüber hinaus ist ein offener Brief an die Mitglieder des Stadtrates auf den Weg gebracht worden. Absender: Willi Schmidt, der mittlerweile eine Gruppe Gleichgesinnter hinter sich weiß. Diese Gruppe hat insbesondere zwei Kritikpunkte: 1. Eine Bürgerbeteiligung nach der Festlegung auf drei mögliche Konzentrationsflächen komme zu spät; 2. Der Standort westlich von Niedersfeld sei falsch. „Wir befürchten insbesondere eine massive Einschränkung der Lebensqualität für die Einwohner sowie Nachteile für den Tourismus durch die Eingriffe in das Landschaftsbild“, so Willi Schmidt im Namen der Gruppe. Ferner sei es nur schwer nachvollziehbar, dass Baudenkmäler oder beispielsweise der Schwarzstorch mehr Belang bei der Ausweisung der Fläche haben als die Bevölkerung.

Im Gespräch mit unserer Zeitung stellt Willi Schmidt aber auch klar: „Wir argumentieren nicht grundsätzlich gegen Windkraftanlagen. Wir wollen auch keine Konfrontation mit der Stadtverwaltung, die rein rechtlich alles korrekt gemacht hat, oder gar persönliche Anfeindungen.“ Wichtig sei ihm und seinen Mitstreitern aber die Feststellung, dass eine Bürgerbeteiligung einer Farce gleichkomme, wenn sich diese nur auf drei vorher durch ein Gutachten festgelegte Konzentrationsflächen beziehe und nicht auf das gesamte Stadtgebiet. „Dies würde ja bedeuten“, so Schmidt, „das alle Anregungen und Vorschläge zu anderen Standorten im Stadtgebiet überhaupt nicht mehr zum Tragen kämen. Wir fragen uns, ob allen Politikern bei allem Verständnis um das komplexe Thema und die Sachzwänge bei den Abstimmungen in Ausschuss und Rat die Konsequenzen daraus wirklich klar waren“.

Bei einem kleinen„Energiegipfel“ betroffener Niedersfelder sei eine komplette Boykottierung von Windkraftanlagen abgelehnt worden. Allerdings sei die Erkenntnis gereift: „Ja zur Windkraft an Standorten zwischen den Ortsteilen und nicht wie geplant im kompletten Bogen um Niedersfeld.“ Für Schmidt und Mitstreiter gibt es durchaus Flächen, wo die Bürger nicht direkt betroffen und alle Beteiligten zufrieden wären.

Offenlage bis zum 13. September

Die Windkraft-Potenzialanalyse eines Fachbüros hat für Winterberg drei mögliche Flächen für Windkraftanlagen ergeben:

Ochsenscheid nordwestlich von Altenfeld (5 Anlagen);

Hoher Hagen westlich von Niedersfeld (10 - 13 Anlagen);

Knick/Botzenhagen westlich von Grönebach (5 - 8 Anlagen);

Die entsprechenden Pläne zu diesen Flächen liegen noch bis zum 13. September im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit aus. Bis dato können alle Bürger Einsicht nehmen und Stellung dazu nehmen.

Was folgt, ist u.a. ein zweites Bürgerbeteiligungsverfahren voraussichtlich im Winter.

 
 

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