Kritik an geplantem Neubaugebiet

Das im Bebauungsplan-Verfahren befindliche Neubaugebiet „Am Allenberg“ wird von vielen Anliegern offensichtlich kritisch gesehen. Im Rahmen einer Unterschriften-Aktion unterstützen laut einer Pressemitteilung der Anlieger bis jetzt über 250 Siedlinghauser Bürger allein vom Allenberg das Anliegen, dieses Neubaugebiet von Seiten der Stadt noch einmal zu überdenken. Die Stadt indes hält die Pläne für sinnvoll.

Siedlinghausen.  Das im Bebauungsplan-Verfahren befindliche Neubaugebiet „Am Allenberg“ wird von vielen Anliegern offensichtlich kritisch gesehen. Im Rahmen einer Unterschriften-Aktion unterstützen laut einer Pressemitteilung der Anlieger bis jetzt über 250 Siedlinghauser Bürger allein vom Allenberg das Anliegen, dieses Neubaugebiet von Seiten der Stadt noch einmal zu überdenken. Die Unterzeichner der Unterschriftenliste stellen sich die Frage, „ob das Neubaugebiet mit einer überlasteten Zufahrt wirklich notwendig ist“.

Im Mai hatte der Rat Winterberg die frühzeitige Bürgerbeteiligung zum Bebauungsplan mit 14 Neubauflächen beschlossen. Den Bau einer weiteren Straße zur Entlastung der vorhandenen Straßen ab „Oberer Meisterstein“ zur „Schnickemühle“ mit Anbindung an die Hochsauerlandstraße wurde aus Kostengründen abgelehnt.

Zur Begründung des Neubaugebietes habe der Rat unter anderem angegeben, damit dem demografischen Wandel in der ländlichen Region entgegen zu wirken. Viele Bürger seien jedoch der Meinung, dass eher der bestehende und zukünftige Leerstandswohnraum finanziell gefördert werden solle, wie es andere Kommunen in NRW und im HSK über Förderprogramm und Leerstandsbörsen bereits erfolgreich tun, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Leerstand in Zukunft

Auch die abgelehnte Straße sehen die Anwohner sehr kritisch. Der starke Verkehrsfluss über die Ennertstraße würde noch mehr zunehmen. Zwar sei diese Straße eine 30er Zone, „aber viele junge Familien klagen jetzt schon über den starken und stetig zunehmenden Fahrzeugverkehr“. Weiter führen die Anlieger die Zerstörung der bisherigen Brachlandfläche an, auf der sich geschützte Tierarten wie Neuntöter, Goldammer, Echsenarten usw. den naturbelassenen Lebensraum erobert hätten.

Die Unterzeichner stellen nun die Frage nach Alternativen. Wie wird der Leerstand in Siedlinghausen in 15 Jahren aussehen? Ist das wirklich mit den Zielen im Bereich „demografischer Wandel“ vereinbar? Wo bleibt unsere Natur dabei? Gefordert wird mehr bürgernahe Aufklärung, auch in Bezug zum aktuellen Bedarf.

Ein Stück dieser Aufklärung soll bereits am 12. Juli bei einer Info-Veranstaltung erfolgen, wenn es nach dem Fachbereichsleiter der Stadt Winterberg, Martin Brieden, geht. Brieden erklärte auf WP-Nachfrage, dass sich das Bebauungsplan-Verfahren noch im Anfangsstadium befände. „Es ist schon lange Wunsch der Politik, das Baugebiet dort zu erweitern. Im Jahr 2001 war die Fläche noch viel größer, aktuell sind wir noch bei 14 Neubaumaßnahmen“, so Brieden. Der demografische Wandel sei in Siedlinghausen nicht so ausgeprägt wie in anderen Ortsteilen. „In Siedlinghausen gibt es keinen Bevölkerungseinbruch und es gibt Nachfrage nach Bauland. Die Stadt hat dort kein öffentliches Grundstück. Über die Neubauflächen können wir gerade jungen Familien so auch etwas bieten. Aus Sicht der Stadt ist die Erweiterung sinnvoll.“

In Sachen Zufahrtswege verweist Brieden auf die Einschätzung des Rates: „Die Politik vertrat die Ansicht, dass für diese kleine Erweiterung die Anbindung noch nicht nötig, bei einer späteren Vergrößerung, aber möglich ist.“

 
 

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