Krematorium in Rhoden baut einen dritten Ofen

Marsberg/Diemelstadt-Rhoden..  Die Nachfrage nach Feuerbestattungen steigt in der Region Waldeck-Westfalen ebenso wie im ganzen Land. Deshalb ist das Krematorium in Rhoden mit 8000 Einäscherungen pro Jahr nun an seine Kapazitätsgrenze gelangt. Einzugsgebiet ist auch der Altkreis Brilon.

Für gut eine Million Euro lässt die Feuerbestattungen Diemelstadt GmbH in diesen Tagen einen zusätzlichen dritten Ofen samt dem dazu gehörigen Gebäude anbauen. Die meisten Aufträge gingen übrigens an Firmen aus Nordwaldeck.

Nichts zu verbergen

„Wir haben hier nichts zu verbergen. Regelmäßig kommen Gruppen von Krankenschwestern, ehrenamtlichen Hospizmitarbeitern oder anderen Interessierten, um sich zu informieren. Übers Jahr werden hier rund 600 Besucher empfangen“, sagt Betriebsleiter Roland Hartmann.

67 Prozent beträgt der Anteil der Feuerbestattungen bundesweit. Tendenz steigend. Seit dem Neubau des Rhoder Krematoriums im Jahr 2002 hat sich die Bestattungskultur in Deutschland weiter verändert.

Die Familienstrukturen sind nicht mehr so, dass Großfamilien bereit sind, über 30 Jahre hinweg große Grabanlagen zu pflegen. Urnengräber sind kleiner und leichter zu pflegen. Von diesem Trend profitieren auch die Gemeinden, die nicht immer neue Friedhöfe ausweisen müssen. Es gibt bei Feuerbestattungen auch einen ökologischen Aspekt, wie Roland Hartmann, der technische Leiter des Krematoriums in Rhoden unterstreicht: „Viele Menschen sterben hoch betagt und nach Einnahme vieler unterschiedlicher Medikamente, die auch das Grundwasser belasten können. Bei einer Einäscherung werden sämtliche Verbrennungsrückstände aus der Abluft gefiltert. Ein Gewinn für die Umwelt. Das wird auch streng kontrolliert.“

Zum pietätvollen Umgang mit dem Tod gehört auch die hauseigene Kapelle, die ein- bis zweimal pro Woche für Trauerfeiern mit anschließender Einäscherung genutzt wird.

Weil das Interesse an dieser Form der Trauerfeier steigt, wird in den jetzt laufenden Umbau auch die Kapelle eingezogen. Eine Tür soll es künftig erlauben, den Sarg aus der Mitte der Trauernden bis unmittelbar vor den Ofen zu rollen. Eine ganz neue Form des Abschiednehmens, wie sie in anderen Ländern schon üblich ist.

 

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