Klavierkonzert auf Gut Glindfeld begeistert

Glindfeld..  New York, Berlin, Paris Moskau, Tokio - und Gut Glindfeld! Auch der weltweit bekannte Ausnahmepianist Benjamin Moser aus München weiß die kleine, aber feine Kulturstätte bei Medebach zu schätzen und reihte Gut Glindfeld kürzlich bereits zum zweiten Mal in die Liste seiner Auftrittsorte ein.

Mit einem Solokonzert am Flügel entführte der 1981 in München geborene Moser sein fachkundiges Publikum gekonnt in die Welt der Poesie und Dramaturgie.

Er begann sein rund zweistündiges, auswendig vorgetragene Programm mit Schuberts B-Dur-Sonate D 290 und nahm seine Zuhörer zu einer Vielzahl von menschlichen Stimmungen mit: Heiterkeit, tiefes lyrisches Empfinden in großer Bandbreite, aber immer wieder klang auch Schuberts Ahnung seines bevorstehenden Endes durch.

Hoher technischer Anspruch

Im zweiten Teil ließ Moser durch Edvard Griegs „Vier lyrischen Stücken“ Bilder der norwegischen Heimat des Komponisten wach werden.

Mit Claude Debussys „Clair de Lune“ und Maurice Ravels „Ondine“ hatte Moser zwei weitere Werke mit sehr hohem technischen Anspruch ausgesucht. Das glitzernde Mondlicht - eben das „Clair de Lune“ - schuf hierbei die passende Kulisse für die Geschichte um die magisch verzaubernde Meerjungfrau „Ondine“. Die „Fantasie Op. 28“ von A.N. Skrjabin zum Schluss bildete den Höhepunkt und verlangte sowohl dem Instrument als auch dem Künstler alles ab. Obwohl diese Fantasie als eines der schwierigsten Werke für das Klavier gilt, wirkte es durch die gekonnte virtuose Darbietung von Benjamin Moser als ob ihm die Klangvielfalt einer Orgel zur Verfügung gestanden hätte.

Zugabe von Schumann

Mit dem vertrauten Stück aus Schumanns „Kinderszenen - von fremden Ländern und Menschen“ als Zugabe führte Benjamin Moser sein Publikum wieder in ruhigere Gefilde zurück nach einem Abend voller Bilder, Empfindungen und stürmischer Bewegung – allein erzeugt durch die überragende Kunst seines Klavierspiels.

Die begeisterten Zuhörer darf es freuen: Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Benjamin Moser auf Gut Glindfeld konzertiert. Am 28. Februar sind jedoch zunächst die drei Streicherinnen vom „Boulanger Trio“ zu Gast.

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