Kein Ausbau der L 740 zum Gewerbegebiet

Medebachs Bürgermeister Thomas Grosche und Wirtschaftsförderer Frank Linnekugel sind schockiert über das Aus des Ausbaus der L 740 zum Gewerbegebiet Holtischer Weg.
Medebachs Bürgermeister Thomas Grosche und Wirtschaftsförderer Frank Linnekugel sind schockiert über das Aus des Ausbaus der L 740 zum Gewerbegebiet Holtischer Weg.
Foto: Ralf Hermann
Wer Thomas Grosche kennt, der weiß, dass ihm das Wort „Skandal“ nicht allzu häufig über die Lippen rutscht. Gestern Vormittag ist es ihm im Gespräch mit dieser Zeitung passiert und es wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein in den nächsten Tagen. Grund für die klare Wortwahl des Medebacher Bürgermeisters ist der erneut verschobene Ausbau des maroden Teilstücks der Landstraße 740 vom Medebacher Ortsausgang bis zum Gewerbegebiet Holtischer Weg.

Medebach..  Wer Thomas Grosche kennt, der weiß, dass ihm das Wort „Skandal“ nicht allzu häufig über die Lippen rutscht. Gestern Vormittag ist es ihm im Gespräch mit dieser Zeitung passiert und es wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein in den nächsten Tagen. Grund für die klare Wortwahl des Medebacher Bürgermeisters ist der erneut verschobene Ausbau des maroden Teilstücks der Landstraße 740 vom Medebacher Ortsausgang bis zum Gewerbegebiet Holtischer Weg.

Das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr in NRW hat die Mittel über rund 2,4 Millionen für den Ausbau dieses Teilstücks im Entwurf des Bauprogramms 2013 für die Landesstraßen gestrichen. Dies bestätigte auch der Sprecher der Straßen.NRW-Niederlassung Sauerland-Hochstift, Oscar Faneca Santos, auf Anfrage dieser Zeitung. Für das 1250 Meter lange Teilstück seien die Mittel nicht bereitgestellt worden. Nun müsse der Ausbau im Jahr 2014 neu beantragt werden, so Santos am Montag.

Nachricht treibt Puls in die Höhe

Diese Nachricht treibt sowohl Thomas Grosche als auch seinem Wirtschaftsförderer Frank Linnekugel den Puls nach oben. Seit 2010 fordert nicht nur das Duo im Rathaus Jahr für Jahr den Vollzug des Ausbaus, insbesondere die Unternehmen im Gewerbegebiet warten sehnsüchtig auf eine solide Straßenanbindung ohne Schlaglöcher mit ordentlicher Breite, die es auch zwei Lastwagen ermöglicht, gefahrlos und schneller als Schrittgeschwindigkeit aneinander vorbei zu fahren. Zudem war mit dem Ausbau auch die Versorgung mit Breitbandkabel geplant, um Kosten zu sparen.

„Sie sind unsere Lebensadern“

„Für unsere großen Unternehmen im Gewerbegebiet ist eine vernünftige Straßenanbindung enorm wichtig. Dies gilt auch bei eventuell anstehende Entscheidungen über Betriebserweiterungen oder auch für die Akquise von neuen Unternehmen und Mitarbeiter. Da ist so eine marode Straße eine katastrophale Visitenkarte. Wir wollen keine Luxus-, aber eine Mittelklasse-Anbindung“, sagt Frank Linnekugel. Zumal von den rund 2000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen im Stadtgebiet über 600 im Gewerbegebiet Holtischer Weg angesiedelt sind.

Und Thomas Grosche legt noch einen drauf: „Medebach ist eine der wenigen Städte ohne Anbindung an eine Bundesstraße. Wir sind abhängig von guten Landstraßen, sie sind unsere Lebensadern. Da ist es nicht mehr zu begreifen, dass der Ausbau schon wieder verschoben wird. Da kann man schon den Eindruck gewinnen, dass der ländliche Raum und wir ganz am Rande einfach links liegen gelassen werden.“

Zumal neben der Notwendigkeit einer ordentlichen Straßenanbindung für die heimische Wirtschaft für Thomas Grosche und Frank Linnekugel ein weiteres Argument noch wichtiger ist: die Sicherheit der Menschen, die tagtäglich zu Fuß, mit Fahrrad oder Roller zu ihren Arbeitsplätzen und nach der Schicht wieder nach Hause fahren. Diese Sicherheit sollte im Zuge des Ausbaus mit einem neuen Fuß- und Radweg parallel zur Straße gewährleistet werden. „Da fragt man sich, ob wirklich erst etwas passieren muss, bevor gehandelt wird“, so Grosche und Linnekugel, der die Betriebe im Gewerbegebiet bereits informiert hat. „Die waren schwer enttäuscht. Aber wir sind halt nur die Überbringer der schlechten Nachricht.“ Geschlagen wollen sich Grosche und Linnekugel aber nicht geben. Die Zeiten des verwaltungsinternen Druckaufbaus sei aber nun vorbei. „Jetzt wird es Zeit, öffentlichen Druck zu formieren, mit Unterstützung der Politik und der Unternehmen“, so Grosche. Heute Abend wird sich der Bauausschuss mit dem Thema beschäftigen. Und auch die Unternehmen haben laut Linnekugel ihre Bereitschaft signalisiert, den Druck auf Düsseldorf zu erhöhen, um so die enorme Bedeutung dieses Ausbaus nachdrücklich zu unterstreichen.

 
 

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