In Scharfenberg bei Brilon legen die Hühner bunte Eier

Alois Hesse züchtet in Scharfenberg Hühner, die farbige Eier legen.
Alois Hesse züchtet in Scharfenberg Hühner, die farbige Eier legen.
Foto: WP
Bei Christel und Alois Hesse ist irgendwie das ganze Jahr ein bisschen Ostern - auch ganz ohne Eierfärben. Denn das Ehepaar aus Scharfenberg bei Brilon hat Hühner im Stall, die von selbst bunte Eier legen. Grund dafür ist, dass Alois Hesse eine Rasse gezüchtet hat, die auf bunte Eier spezialisiert ist.

Scharfenberg.. Bei Christel und Alois Hesse ist irgendwie das ganze Jahr ein bisschen Ostern. Sie haben nämlich Hühner im Stall, die schöne, bunte Eier in vielen Farbvarianten zwischen rötlich-braun und diversen Grüntönen legen. Färben braucht man diese schmucken Exemplare wahrlich nicht mehr.

„Wir werden immer wieder gefragt, warum unsere Hühner farbige Eier legen und ob das mit dem Futter zusammenhängt“, erzählt Christel Hesse. „Doch damit hat das gar nichts zu tun“, lacht die 60-jährige Scharfenbergerin. Grund für die ungewöhnlichen Eier ist einzig und allein der, dass ihr Mann eine Hühnerrasse gezüchtet hat, die sich auf bunte Exemplare spezialisiert hat. Zusammengebracht wurden dafür die Rassen „Maran“ (legt braune Eier in verschiedenen Farbtönen) und „Araucana“ („Grüneierleger“).

Aufgeregtes Gegacker

Mit aufgeregtem Gegacker empfangen uns die Hühner im Stall. Die kleinen, schwarz-flauschigen Küken wissen nicht so recht, ob sie neugierig in die Kamera gucken oder sich lieber hinter Mama Huhn verstecken sollen. Schließlich kommt nicht alle Tage ein Fremder auf ihre „Hühnerfarm“. Alois Hesse kontrolliert die Nester, sammelt die kleinen ovalen Produkte ein: Schnell füllt sich die Palette mit einem Mix aus dunkelbraunen, hellbraunen, leicht rötlichen, beigen, olivgrünen und grau-blau-grünen Exemplaren.

Zum Legen klettern die schwarz-gefiederten Tiere in kleine Holzboxen. „Im Schnitt legen sie etwa pro Tag ein Ei“, berichtet der Scharfenberger. Hauptberuflich ist er viele Jahre als Lkw-Fahrer tätig gewesen. Inzwischen ist er Rentner und widmet sich hobbymäßig seiner Zucht.

Im Winter halten sich die Hühner nur im Stall auf, der allerdings sehr großzügig aufgeteilt ist und in mehreren mit Stroh ausgelegten Boxen viel Bewegungsfreiheit bietet. Der Hahn stolziert zwischen den weiblichen Tieren umher, die um ihn herumwuseln. Durch große Fenster fällt viel Licht in den Raum. „Viel Licht ist wichtig, sonst legen sie nicht so gut“, berichtet der Züchter. Im Sommer dürfen die Tiere nach draußen zum Picken und Scharren.

17.500 Quadratmeter Auslauf

Rund um ihren Stall haben sie 17.500 Quadratmeter Auslauf. „Wenn ich sie jetzt bei der Kälte rauslassen würde, hätten wir Ostern keine Eier“, erzählt der erfahrene Züchter.

Keine Eier gibt es auch, wenn die Tiere in der Mauser sind, die etwa vier bis Wochen dauert, berichtet Christel Hesse. Sie hat beobachtet, dass sich die Farbintensivität der Eier im Laufe der Zeit verändert: „Wenn die Hühner älter werden, werden die Eier heller. Wenn sie nach der Mauser wieder anfangen zu legen, sind die Eier ganz dunkel.“

Schon seit vielen Jahren züchtet Alois Hesse Geflügel. Er ist langjähriges Mitglied im Briloner Rassegeflügelzuchtverein. Schon sein Vater hatte Hühner. Doch so richtig wurde sein Interesse geweckt, als er auf einem Hobbymarkt Brahma-Hühner sah: „Die sehen aus als hätten sie eine Unterhose an“, erzählt Christel Hesse. Die Familie beschloss, sich einige der Tiere anzuschaffen. Später zogen dann sogenannte „Indische Kämpfer“ in den Stall bei Familie Hesse ein. „Das klingt wild, es sind aber ganz liebe Tiere“, erklärt Christel Hesse. Viele Jahre war ihr Mann mit seinen Tieren auf Ausstellungen vertreten, inzwischen hat er das jedoch aus Zeitgründen aufgegeben.

Auch die Zahl der Tiere haben die Hesses inzwischen stark reduziert. Sie haben heute nur noch einen kleinen Kundenstamm, den sie beliefern. Aber sie bitten um Verständnis dafür, dass sie darüber hinaus keine weiteren Abnehmer beliefern können.

Für die Familie Hesse gehören natürlich auch in diesem Jahr wieder viele „ungefärbte Farbeier“ auf den Frühstückstisch und ins Osternest: Frohe Ostern!

 
 

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