„Ich fühle mich hier pudelwohl“

Internatsschüler und Nachwuchs-Skispringer Paul Winter
Internatsschüler und Nachwuchs-Skispringer Paul Winter
Foto: WP

Willingen.. Mit seinen 14 Jahren ist Paul Winter der Jüngste unter den sechs Bewohnern des neuen Ski-Internats. Aber auch einer der Erfolgreichsten. Pokale, Urkunden und Medaillen schmücken Wände, Schränke und den Schreibtisch. „Ich fühle mich hier pudelwohl“, meint der Youngster, der sich als Skispringer schon einige Lorbeeren erworben hat.

Das geräumige Zimmer bewohnt Paul ganz allein. Die älteren Kollegen verfügen in ihren vier Wänden noch über eine Nasszelle, die jüngeren teilen sich ein Bad. Fahrräder, Sportgeräte und was man sonst noch so braucht haben die sechs Jugendlichen im Keller deponiert.

Zwei Sozialpädagogen kümmern sich um das Wohl der jungen Athleten. Gegen 18 Uhr ist für sie Dienstbeginn. Sie kaufen Lebensmittel für das Frühstück und das Abendessen ein, das sie dann mit den Internatsschülern auch gemeinsam zubereiten. Mittags werden die Jungs vom angrenzenden Seniorenwohn- und Pflegeheim beköstigt. Die Betreuer bleiben über Nacht bis zum Schulbeginn gegen 8 Uhr.

Schule und Training bestimmen den Tagesablauf der Sportler. Paul, der die 8. Klasse des Gymnasiums besucht, trainiert bis zu fünfmal in der Woche, meistens nach den Schulaufgaben ab 18 Uhr. Derzeit stehen Kraft- und Laufübungen auf dem Programm. Ab Mai beginnt wieder das Sprungtraining.

Schulisch kommt der 14-Jährige nach eigenen Angaben ganz gut mit. Und das ist nicht selbstverständlich, denn gerade in den Wintermonaten fallen doch einige Wochen Unterricht aus. Wettkämpfe und Lehrgänge gehören dann zur Tagesordnung. „Den Stoff muss ich natürlich nachholen, oder ich arbeite schon etwas vor“, berichtet der 14-Jährige.

Paul, der aus Sangerhausen in Sachsen-Anhalt stammt, kam bereits mit 11 Jahren ins Internat nach Willingen. „Das war mein großer Wunsch, um mal ein richtig guter Springer zu werden. Ich habe damals mit dem Willinger Trainer Jörg Pietschmann gesprochen und der hat mir geraten, ins Upland zu kommen“, erzählt er. Auch Oberhof sei eine Option gewesen. Doch er habe lieber in einer kleineren Gruppe trainieren wollen.

Da auch Pauls Eltern mit einem Internatsbesuch einverstanden waren, stand einem Ortswechsel nichts im Wege. Und den Schritt hat der 14-Jährige bis heute nicht bereut.

Die Wettkampfsaison verlief mehr als zufriedenstellend. Im Rahmen des Schülercups holte Paul bei fünf Starts fünf Siege und ist damit deutscher Schülermeister. Beim FIS-Youth-Cup und beim Deutschlandpokal belegte er im Gesamtklassement Platz 2. Den Alpencup schließlich beendete er als Sieger.

Sein derzeitiges Vorbild ist der deutsche Weitenjäger Richard Freitag. „Der hat einen technisch sehr sauberen Absprung.“ Aber am meisten imponiert ihm der Schweizer Simon Ammann. „Der hat fast alles gewonnen, was man gewinnen kann.“

Seinen weitesten Satz machte der 14-Jährige übrigens mit 105 Metern in Hinterzarten. Und dort wird es eines Tages wohl auch hingehen, wenn er zur deutschen Spitzenklasse zählen will. „Und einmal bei den Olympischen Spielen starten, ja das wär’s“, meint der 14-Jährige. Seine Augen bekommen einen träumerischen Ausdruck.

Wer weiß, vielleicht klappt es ja schon 2018.

 
 

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