Hoteliers befürchten Umsatzverlust

Bei Windkraft sehen die Gastronomen rot.
Bei Windkraft sehen die Gastronomen rot.
Foto: dpa
Eine Energiewende mit Augenmaß fordern die Hoteliers und Gastronomen in Winterberg in einem Schreiben an die Bezirksregierung.

Winterberg..  Der Hotel- und Gastronomiestammtisch Winterberg beobachtet mit höchster Sorge die geplante Ausweisung von Windkraftflächen im Regionalplan der Bezirksregierung. In einem Schreiben an Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann geben die Beteiligten ihren Befürchtungen Ausdruck und unterstützen die Entscheidung des Winterberger Stadtrats, die Ausweisung von sieben der geplanten acht Flächen abzulehnen.

Da der Erholungstourismus in Winterberg der dominierende Wirtschaftsfaktor ist, befürchten die Hoteliers bei Realisierung der Arnsberger Pläne massive Umsatzeinbußen, die für einen Teil der Betriebe das Aus bedeuten könnten. Im Vergleich zu anderen Orten in der Region nehme Winterberg in Südwestfalen eine Ausnahestellung ein. Dabei stützen sich die Touristiker hauptsächlich auf den hohen Anteil des Tourismus an der Gesamtwertschöpfung der Stadt. Mit rund 70 Prozent sei der Tourismus der wichtigste Wirtschaftsfaktor Winterbergs.

Motivation für einen Urlaub im deutschen Mittelgebirge ist für die meisten Menschen das Erleben von Natur und Landschaft. Genau darauf setzt die Ferienwelt Winterberg seit Jahren, insbesondere auch in der grünen Jahreszeit, mit Erfolg. Studien hingegen belegen bereits jetzt, dass Gäste Windräder und insbesondere Windparks als störend empfinden. Die Hoteliers befürchten, dass eine Umsetzung der im Regionalplan ausgewiesenen Flächen das Landschaftsbild nachhaltig stören und einen Übernachtungsrückgang mit sich ziehen wird.

Als Beleg stellen sie eine Rechnung auf: Bereits ein Rückgang der Übernachtungen in der sensiblen Sommersaison von Mai bis Oktober von 10 Prozent könne in den eher kleinen, meist familiengeführten Hotels, zu einem Umsatzverlust von 1,8 Millionen Euro führen. In einer Branche, die mit zunehmender Preissensibilität bei gleichzeitig steigenden Kosten kämpfe, könne dieser Umsatzrückgang existenzbedrohend sein, sind die Hoteliers überzeugt. Mit einem Sterben von Betrieben hätten dann die Windräder nicht nur Auswirkung auf das Landschaftsbild, sondern in der Folge auch auf die Struktur der Dörfer und Städte der gesamten Region.

Auch stellen sich die Hoteliers und Gastronomen die Frage, warum das Land einerseits Förderprojekte wie die Sauerland Gastgerberwerkstatt unterstütze, um die kleinen inhabergeführten Betriebe zu stabilisieren, wenn es andererseits die positiven Effekte durch die Ausweisung von Windkraftvorrangzonen wieder gefährde.

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