Hotel-Pläne „immer positiv und konstruktiv begleitet“

Von Jürgen Hendrichs

Winterberg.  Alle drei im Winterberger Rat vertretenen Fraktionen weisen in einer gemeinsamen Erklärung die Vorwürfe des Züschener Hoteliers Siegfried Tausch gegen die Stadt, die Politik und speziell gegen Bürgermeister Eickler in Zusammenhang mit dem Hotel Claassen und dem Oversum-Projekt als „zum größten Teil diffamierend und verleumderisch“ zurück. Tausch verknüpfe „Dinge, die gar nichts miteinander zu tun haben“.

Lange politische Diskussion

Wie am Mittwoch berichtet, hat Tausch der Stadt die mehrjährigen Verzögerungen bei der Beseitigung der Claassen-Ruine am Waltenberg gegeben. Die Stadt habe ihn wiederholt auflaufen lassen, zuletzt seien seine Hotelpläne wegen des Oversum-Projektes auf Seite geschoben worden.

Die Fraktionen betonen, dass der Oversum-Bau nicht das von Tausch Eickler unterstellte „persönliche Prestigeobjekt“, sondern Folge eines achtjährigen politischen Diskussionsprozesses inklusive Bürgerbeteiligung sei.

Was Tauschs Pläne am Waltenberg angeht, legen die Fraktionen „viel Wert“ darauf, dass sie „Herrn Tausch bei seinen Hotelplanungen immer positiv und konstruktiv begleitet“ hätten.

Allerdings habe die Stadt den gewünschten vorhabenbezogenen Bebauungsplan nicht aufstellen können, da Tausch trotz mehrfacher Erinnerung die erforderliche Finanzierungszusage für das Gesamtprojekt nicht vorgelegt habe.

Das sei nicht nur per Gesetz notwendig, sondern auch politisch: Schließlich wolle man nicht eine Claassen-Ruine gegen eine Neubau-Ruine tauschen.

Das sieht auch Hermann Michael Densch von der Rosenterrassen-Vermietungs-GmbH in Flensburg so. Die Gesellschaft hatte das Claassen-Objekt vor rund sechs Jahren ersteigert und damit der ihr geschäftlich verbundenen Flensburger Sparkasse einen Problemfall abgenommen.

Der Versuch, das Objekt weiter zu veräußern scheiterte. Niederländische Investoren konnten das Objekt ebenso wenig wuppen wie ein örtlicher italienischer Gastronom.

„So langsam verlieren wir die Lust auf Winterberg“, sagte Densch zur WP. Denn auch der Verkauf an die Tausch GbR sei fast vier Jahre nach der Vertragsunterzeichnung noch nicht abgewickelt.

Es gebe eine Auflassungsvormerkung und Tausch habe die Zinsen auf den Verkaufspreis gezahlt. Densch: „Herr Tausch hat einen Anspruch auf das Objekt, wenn er den Kaufpreis überweist.“

„Verlieren Lust auf Winterberg“

Und auch die Kosten für den in dieser Woche begonnenen Abriss der Hotel-Ruine am Waltenberg nebst des ehemaligen Personalhauses in der Feldstraße müsse Tausch, so Densch, übernehmen. Volumen: rund 400.000 Euro.

Das von Tausch konzipierte „Palast-Hotel“ könne sicher „eine Bereicherung für den Ort“ werden, so Densch weiter.