Hilfe aus dem Sauerland für Bosnien

Der Verein Building One World hat einen Hilfstransport nach Bosnien organisiert: Die BOW-Mitglieder Julian Mönxelhaus, Michael Althaus, Sebastian Mörchen, Maskottchen Vučko und Christina Nieder (hinten von links) bei der Geschenkübergabe im katholischen Waisenhaus Egipat in Sarajevo.
Der Verein Building One World hat einen Hilfstransport nach Bosnien organisiert: Die BOW-Mitglieder Julian Mönxelhaus, Michael Althaus, Sebastian Mörchen, Maskottchen Vučko und Christina Nieder (hinten von links) bei der Geschenkübergabe im katholischen Waisenhaus Egipat in Sarajevo.
Foto: WP

Hesborn.  Eine geräucherte Wurst aus eigener Schlachtung, einen Kürbis aus dem eigenen Garten, selbst gebackene Plätzchen. Aus Bosnien und Herzegowina kehren die vier Mitglieder des Vereins Building One World (BOW) zwar mit leerem Anhänger, aber nicht mit leeren Händen zurück. Bereits zum fünften Mal waren sie kurz vor Weihnachten aus dem Sauerland in den Balkan aufgebrochen, um mehr als 400 Geschenke direkt an Kinder, Menschen mit Behinderungen und alte Leute zu verteilen. Mit dabei waren Christina Nieder aus Winterberg, Sebastian Mörchen aus Hesborn, Julian Mönxelhaus aus Medebach, Michael Althaus aus Liesen und nicht zuletzt Maskottchen Vučko. Alle waren ehrenamtlich im Einsatz.

Weihnachtslieder gesungen

Im Kinderheim sangen die Kleinen Weihnachtslieder für die Gäste oder hatten Armbänder gebastelt, im Wohnzimmer bei der alten Frau gab es Gebäck, eine Tasse Kaffee oder wenigstens ein Glas Wasser. „Den Menschen ist wichtig, uns auch etwas zurückzugeben“, sagt Vereinsmitglied Michael Althaus. Der Bosnienkrieg, der erst vor 17 Jahren zu Ende ging, habe den Menschen zwar ihre Häuser oder ihre Familien genommen, nicht aber ihre Würde und ihren Stolz.

Insgesamt drei Kinderheime, zwei Tagesstätten für Behinderte und ein Altenheim besuchten die BOW-Mitglieder. Weitere alte Menschen trafen sie in dem Dorf Srednja Slatina im Norden Bosniens, zu dem seit vielen Jahren enger Kontakt besteht. Ganz bewusst nahmen sich die Sauerländer viel Zeit, um den Erzählungen der Menschen zuzuhören, die meist von Krieg, Zerstörung, Arbeitslosigkeit und Einsamkeit handelten. „Es geht uns vor allem um die persönliche Begegnung“, erklärt Vorstandsmitglied Sebastian Mörchen. „Die kleinen Päckchen allein sind den Menschen keine große Hilfe, aber sie sind ein Zeichen der Aufmerksamkeit und der Freundschaft.“

Besondere Unterstützung von Building One World erhielt der Verein der Eltern, Kinder und Menschen mit besonderen Bedürfnissen im nordbosnischen Orašje. Die Sauerländer überreichten dem Vorsitzenden Marko Topić eine Spende von 500 Euro. Sein Verein mit 46 Mitgliedern fördert Kinder und junge Menschen mit Behinderungen. In eigenen Räumen und mit der Hilfe vieler Freiwilliger bieten sie eine tägliche Betreuung an. Außerdem unterstützen sie die Familien der Kinder bei der Anschaffung von Medikamenten und Hilfsmitteln.

Neuestes Projekt ist die Einrichtung von drei Räumen für Gruppen- und Bewegungstherapie. Das Geld von Building One World soll dafür eingesetzt werden. „Uns ist wichtig, kleine Projekte zu unterstützen, damit wir sehen, wofür die Spende verwendet wird und dass sie auch ankommt“, sagt Sebastian Mörchen. Weitere Spenden für das Projekt in Orašje nimmt der Verein auch jetzt noch entgegen.

1500 Euro Spenden

Für den Transport waren in diesem Jahr Geldspenden von 1500 Euro zusammengekommen. Alle Kosten konnten damit gedeckt werden. „Für die große Unterstützung bedanken wir uns ganz herzlich“, so Sebastian Mörchen. Die meisten Päckchen stammten von den Hallenberger Grundschülern, weitere von Gymnasiasten aus Winterberg. Spielzeuge, Schulbedarf und Kleidung hatten sie hineingelegt. Die Päckchen für die Senioren waren mit Lebensmitteln gefüllt. Über 300 Familien aus Hallenberg und Umgebung waren so an der Aktion beteiligt. Einen Beitrag leisteten auch der Musikverein „Die Liesetaler“ und die katholische Kirchengemeinde Bad Driburg, die Anhänger und Bulli kostenlos zur Verfügung gestellt hatten.