Helfende Hände bei Sucht oder Depressionen

Brilon..  Was bewegt junge Erwachsene dazu, sich täglich mit Themen wie Depressionen, Sucht oder Burn out zu beschäftigen? Diese Frage wird Alyssa, Björn und Jessica als Praktikanten bei Ipsylon oft gestellt. Doch jeder hat eine ganz andere Antwort auf diese Frage.

„Unsere Praktikanten kommen aus komplett unterschiedlichen Richtungen, das macht es so interessant“ erklärt Ipsylon-Mitarbeiterin Annika Siebertz. Während Alyssa die freie Zeit nach ihrem Abitur für ein freiwilliges Praktikum bei Ipsylon nutzt, macht ihr Kollege Björn gerade seinen Sozialassistenten in Olsberg mit anschließender Vollausbildung zum Heilerzieher.

Jessica geht neben ihrem Praktikum weiterhin in Bestwig zur Schule, mit dem Ziel, dort nach zwei Jahren mit einem Fachabitur mit Schwerpunkt „Erziehung und Soziales“ abschließen zu können. Doch warum wollen die drei Jugendlichen bei Ipsylon ihr Praktikum absolvieren? „Ich mag einfach diese lockere Atmosphäre hier. Jeder kann kommen wann er will, das gefällt mir und das ist einfach ein Unterschied zu anderen Institutionen“, meint Jessica. Die anderen beiden stimmen ihr zu.

Hauptsächlich unterstützen sie die Ipsylon-Mitarbeiterin der Kontakt- und Beratungsstelle, aber auch Hausbesuche im Rahmen des ambulant betreuten Wohnens gehören zum Alltag.

Ihre Aufgaben reichen dabei von Kochen und Einkaufen, bis zu Basteln oder Spazieren gehen. Dabei haben die Praktikanten viel Freiraum für eigene Ideen. Björn z.B. hat nun einen eigenen Männerstammtisch einberufen, der einmal die Woche stattfindet. Und was macht ihr dann so? „Grillen, ´Mensch ärgere dich nicht` oder Schach spielen- Männersachen eben“ sagt er und grinst. Auch Alyssa und Jessica leiten ihr eigenes Angebot.

Schizophrenie, Sucht, Depressionen, das sind alles keine leichten Themen. Könnt ihr nach der Arbeit einfach auf Freizeit „umschalten“ oder nehmt ihr manche Probleme auch mit nach Hause?

„Das darf man nicht!“ Da sind sich die Praktikanten einig. Alyssa gibt zu, dass das natürlich nicht immer so einfach ist.

Wenn sie etwas belastet oder sie etwas nicht verstehen, setzen sie sich mit der Praxisanleiterin zusammen und reden darüber, das hilft. „Man steht Tabuthemen wie Depressionen oder anderen psychischen Krankheiten offener gegenüber. Man lernt darüber zu reden und geht viel selbstverständlicher damit um. Nicht nur hier, auch in der Freizeit.“

Índividuelle Hilfe

„Die drei sind interessiert an einem selber und haben Spaß an dem, was sie hier machen“, antwortet ein Ipsylon-Besucher auf die Frage, wie sich die drei Praktikanten denn so anstellen würden. „Wir verstehen uns. Man ist nicht alleine und es wird viel gelacht. Aber dann wird es auch wieder ernst“, ergänzt er, „es hält sich also die Waage. Ach, und der ist auch okay!“, meint der Besucher und zeigt grinsend auf Björn, der gerade zur Tür reinkommt.

Für die Zukunft wünschen sich die drei jungen Leute, dass mehr Menschen in Brilon wissen, welche persönlichen Hilfestellungen Ipsylon anbietet.

Denn dann würden auch mehr Betroffene die verschiedenen Hilfen in Anspruch nehmen.

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