Hallenberger Verwaltung zieht nach Rathaus-Brand in die Stadthalle

Das Hallenberger Rathaus ist nach dem Brand von Freitagabend nicht mehr funktionstüchtig.
Das Hallenberger Rathaus ist nach dem Brand von Freitagabend nicht mehr funktionstüchtig.
Foto: WP
Der Brand von Freitagabend hat das Hallenberger Rathaus auf unbestimmte Zeit unbenutzbar gemacht. Vor allem das Löschwasser hat an dem 1843 errichteten Gebäude gravierende Schäden verursacht. Die 20-köpfige Verwaltung der 4400 Einwohner großen Kommune ist nun erst einmal in die Stadthalle gezogen.

Hallenberg.. Der Brand von Freitagabend hat das Hallenberger Rathaus auf unbestimmte Zeit unbenutzbar gemacht. Vor allem das Löschwasser hat an dem 1843 errichteten Gebäude gravierende Schäden verursacht. Die 20-köpfige Verwaltung der 4400 Einwohner großen Kommune bezog am Wochenende bereits in der Stadthalle ihr provisorisches Quartier.

Nach erster Feststellung der Polizei war das Feuer im Serverraum in der zweiten Etage des historischen Gebäudes ausgebrochen. Dort befindet sich auch der Sitzungsraum sowie die Stadtkasse. Dieser Trakt ist weitgehend ausgebrannt und wegen Einsturzgefahr gesperrt. Bürgermeister Michael Kronauge mit Galgenhumor: „Die Zwangsvollstreckungsunterlagen sind weg. Da wird sich mancher sicher freuen.“

Komplett vernichtet sind auch die in der Registratur direkt unterm Dach aufbewahrten Unterlagen. Rund 40 m Akten, gestapelt in Vierer-Reihen, befanden sich dort. Dieser Papierwust hielt selbst am Sonntag noch die Feuerwehr auf Trab. Stadtbrandmeister Albert Winter: „Da flackerte es immer wieder auf.“

Feuerwehr rettete schon während des Löschens wichtige Akten

Noch während der Löscharbeiten am Freitagabend brachte die Feuerwehr unter schwerem Atemschutz die wichtigen Bau- und Personenstandsakten in Sicherheit. Am Samstag räumten Einsatzkräfte und Verwaltungsmitarbeiter das Rathaus aus. Bürgermeister Kronauge: „Alles, was auf Tischen und Ablagen lag, ist durchweicht.“ Das gilt auch für die handsignierten Poster und Bilder in seinem Dienstzimmer - ganz besondere Erinnerungen an ambitionierte Ausstellungen in der kleinsten Stadt des Landes Nordrhein-Westfalen.

Der enge Stadtkern und die eisige Kälte stellten die Feuerwehren vor große Probleme. Nur über die beiden aus Winterberg und Medebach herbeigezogenen Drehleitern konnten sich die Einsatzkräfte den Glutnestern nähern. Doch bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt froren die Drehleitern ein. Sie mussten zum Auftauen in die Fahrzeughallen örtlicher Speditionen gebracht werden. Das Löschwasser verwandelte das Terrain rund ums Rathaus in eine große Eisfläche. Eine Tonne Auftausalz ging bei den Löscharbeiten drauf.

Nachbarn schmierten Brote für die Einsatzkräfte

Beeindruckend das Miteinander in der Kleinstadt. Nachbarn schmierten schon in der Nacht Brote für die Einsatzkräfte, eine Metzgerei versorgte sie spontan mit heißer Fleischwurst und ein Hotel mit Kaffee.

Am Montagmorgen tritt ein Krisenstab zusammen, Sachverständige kommen. Telefon, EDV, alles ist tot. Die ganze Verwaltungs-Infrastruktur wird in die Stadthalle verlegt. Alles, was dort geplant war, vom Karneval bis zum Zumba-Kurs, muss verlegt werden. Wie lange? Bürgermeister Kronauge zuckt mit den Schultern: „Vielleicht ein viertel Jahr, vielleicht ein halbes. Wer weiß.“

 
 

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