Gute Abschussquoten und ein Rekordhirsch

Rita Maurer

Hesborn.  „Jagen ist ein Handwerk, das man erlernen muss. Aber wir dürfen zugeben, dass uns das Jagen auch Freude macht“ – diese Worte gab der Rotwildsachverständige Peter Kroll den zahlreichen Jägern der Rotwildhegegemeinschaft Oberes Sauerland bei ihrer Jahreshauptversammlung auf den Weg. Zufriedenstellende Abschussquoten und ein Rekordhirsch standen dabei im Mittelpunkt.

In Richtung Landesregierung schoss Bürgermeister Michael Kronauge zuvor in Bezug auf das geplante Landesnaturschutzgesetz: „Unsere Vorväter haben uns diese schöne Natur mit ihrer Vielfalt an Pflanzen und Tieren erhalten. Sie haben das ganz ohne Naturschutzverbände und ökologische Jagdgesetze geschafft, sondern einfach nach überlieferten Regeln und gesundem Menschenverstand gehandelt. Wir sind gut beraten, dieses Vorgehen so beizubehalten.“

Die Leitung der Versammlung übernahm die zweite Vorsitzende Margot Borbet, die nach dem Ausscheiden von Josef Cremer Mitte Februar die Geschäfte kommissarisch bis zur turnusmäßigen Vorstandswahl im nächsten Jahr weiter führt. Nach dem Jahres- und Kassenbericht übernahm Peter Kroll das Mikrofon, der seit Oktober als Rotwildsachverständiger in der Nachfolge des verstorbenen Dr. Hermann Lohbeck fungiert.

In den ersten Jahren nach Neuregelung der Abschussrichtlinien sei der Rotwildbestand in etwa gleich geblieben, sagte Kroll. Seit sieben bis acht Jahren steige er jedoch an, was ein Hinweis auf die besseren Lebensbedingungen der Tiere nach Kyrill sein könnte. Angesichts der Beschwerden über zunehmende Wildschäden forderte Kroll die Jäger auf, daher bereits ab August auch auf Kälber und die Muttertiere zu schießen: „Ich weiß, dass es schwer fällt, niedliche gefleckte Kälber zu erlegen, aber wir bekommen die Population sonst nicht in den Griff.“ Die frühere Abschussquote von 30 Prozent Alttieren habe gezeigt, dass damit der Bestand in der Waage gehalten werden könne, momentan läge die Quote bei knapp 20 Prozent.

Qualität deutlich gestiegen

Damit kam Kroll zu den Abschusszahlen im gerade abgelaufenen Jagdjahr 2015/2016. Freigegeben waren 540 Stück Rotwild, tatsächlich erlegt wurden 481 und damit fünf weniger als im Vorjahr, das allerdings zwei Wochen länger dauerte: „Hirschsilvester war in diesem Jahr am 15. Januar“, so Kroll. Als Erfolg für die vereinfachten Abschussrichtlinien wertete er, dass sowohl Anzahl als auch Qualität der 95 erlegten Hirsche, darunter acht der Klasse I mit einem Alter von mindestens 12 Jahren, deutlich gestiegen sei. Auch die im vergangenen Jahr für alle vier Teilgebiete der Hegegemeinschaft eingeführten Zusatzpools, die unter bestimmten Voraussetzungen den Abschuss von Rotwild erlauben, wenn die eigene Revier-Quote erfüllt ist, habe sich bewährt.

Anhand der ausgestellten Trophäen gab Peter Kroll einen Überblick über Altersklassen, Gesundheitszustand und Abschussbedingungen – angefangen beim jungen Rotspießer bis hin zum neuen Rekordhirsch der Rotwildjäger-Vereinigung: Einem kapitalen Hirsch „im 13. Kopf“, also ca. 13 Jahre alt, den Reinhard Enbergs im Jagdrevier Züschen-Homberg zur Strecke gebracht hatte. Neben diesem „Lebenshirsch“ wurde Enbergs zusammen mit Peter-Wilhelm Borbet auch mit der Hegemedaille für vorbildliche Jagd und Hege ausgezeichnet.

121 Widder erlegt

Peter Kroll bedankte sich bei den derzeit 14 Vertrauensleuten der Rotwildjäger. An sie sollen die Jäger sich wenden, wenn sie ein Stück Wild erlegt haben, um es begutachten und registrieren zu lassen. Ein Vertrauensjäger darf dabei nicht im eigenen Revier zum Einsatz kommen. Der fast vollständige Nachweis des erlegten Rotwildes (von 481 Stück fehlten zwei) sei ein Zeichen für die gute Arbeit der Vertrauensleute, so Kroll.

Udo Keiderling besprach die erlegten Muffel, von denen 74 Trophäen ausgestellt waren. Von 403 freigegebenen Muffeln waren im Jagdjahr 285 Stück geschossen worden, darunter 121 Widder.