Gleich zwei Sprünge ins Ungewisse gewagt

Brilon..  Achteinhalb Monate in Australien. Am 02.Septemper 2014 wurde es ernst. „Noch nie geflogen und dann direkt nach Australien? Du spinnst doch!“, Kommentare wie diese durfte ich mir oft genug anhören. Ich war jetzt bereit dafür und wollte einfach los, egal was andere sagen! Doch dann, als ich wirklich – alleine - im Flugzeug saß, wurde mir etwas mulmig zu Mute. Der Abschied fiel mir nämlich schwerer als gedacht. „Ist das jetzt wirklich das Richtige? Andere fangen nun mit ihrem Studium oder ihrer Ausbildung an…“ Der Gedanke verflog aber genauso schnell wie die Zeit im Flieger. Ich hatte die Idee nach dem Abi nach Australien zu gehen zwar schon etwas länger im Kopf und konnte mich somit gut vorbereiten und etwas an den Gedanken gewöhnen, doch so richtig realisiert hatte ich es irgendwie doch nicht… bis ich dann im Flieger saß.

Nach einem Zwischenstopp in Hong Kong, womit meine Reise wirklich schrecklich begann und der Ankunft in Australien, war die erste Woche echt hart! Zwar wurde ich lieb in einem Hostel aufgenommen und hatte auch schon die ein oder anderen – naja, nenne ich es mal „Bekanntschaften“, doch wohlgefühlt habe ich mich bei aller Liebe nicht. Die einen oder anderen Tränchen hatte ich auch vergossen. Schnell verging aber dieses Unwohlsein und ruck zuck lernte man wirkliche Freunde kennen (nicht nur Leute, mit denen du dich ausführlich unterhältst, sie dann 2 Stunden später im Aufzug wieder siehst und sie nicht mehr deinen Namen wissen). Und ab diesem Zeitpunkt ging es nur noch bergauf: tolle Freunde, gut bezahlten Job, eigenes Apartment mit Pool und so weiter.

Am Ende meiner Reise habe ich so viel erlebt, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll zu erzählen. Ich bin froh, dass ich mehr gesehen habe als nur die Ostküste Australiens. Denn das ist der touristische Teil des Landes. Vergleichbar mit Berlin und dem Brandenburger Tor. Man muss es gesehen haben, aber es gibt Hundertmillionen weitere schöne Orte in Deutschland, die einem möglicherweise nur die Einheimischen zeigen können. So war es in Western Australien und beim Outback eben auch. Zusammen mit einer Australierin haben wir die kuriosen und heißen Seiten des Landes kennengelernt. Wobei ich jetzt sagen muss, +50 Grad war einfach zu heiß! Aber dennoch eine Erfahrung wert.

50 Grad und plötzlich Schnee

Auch in Neuseeland und Tasmanien durfte ich meine Runden ziehen und bin noch jetzt völlig begeistert von der Natur. Ich kann es kaum glauben, dass ich einen Wasserfall vor meinem Abenteuer noch nie zu Gesicht bekommen hatte. In Neuseeland war das quasi Standard und dennoch jedes Mal Besonders. Oder dass es in Tasmanien auf einmal geschneit hat – „eh ‘tschuldigung, ich hatte eigentlich einen Flug nach Australien gebucht, dort wo man mir sagte, dass da das ganze Jahr Sommer sei“. Aber auch diese kleine Abwechslung machte die Reise unvergesslich (kalt).

Ich kann auch nicht glauben, dass ich trotz schrecklicher Höhenangst aus einem Flugzeug gesprungen bin. Ein wahnsinniges Erlebnis, das ich nie vergessen werden. Man kann es aber auch nicht beschreiben, ich sage immer wieder, dass es der erste Augenblick in meinem Leben war, wo mein Gehirn komplett ausgeschaltet war: weder Bedenken noch Freude. Einige Sekunden freier Fall und der Kopf musste erst mal hinterher kommen. Erst als mein Begleiter mir auf die Schultern geklopft hatte, war ich wieder Herr meiner Sinne. Hört sich komisch an, oder? War es auch! Einfach verrückt.

Mindestens genauso verrückt war es wohl, mitten im Ozean mit den gefährlichsten Fischen zu tauchen. Zwar hatten wir Neoprenanzüge an, aber mal ganz unter uns, wenn da eine Qualle vorbei kommt oder ein Fisch zubeißt, bringt der ja wohl auch nichts mehr. Naja egal: Ich habe überlebt!

In den letzten drei Monaten habe ich mich als Mama geübt. Au Pair zu sein hatte ich mir auch leichter vorgestellt: Die Kids 24 Stunden unter Kontrolle zu haben, nebenbei den Haushalt und die Einkäufe zu machen und ein leckeres Essen zu zaubern hat super viel Spaß gemacht, war aber auch das eine oder andere Mal wirklich anstrengend.

Am 14. Mai hieß es dann „Tschüss Australien“. Tschüss zu sagen von zu Hause war ein anderes Gefühl als Tschüss zu sagen von Australien. Nach Hause werde ich immer wieder kommen, aber so wie ich die Zeit in Down Under erlebt habe, wird es nie wieder möglich sein (schon wegen dem Visum nicht). All die liebenswerten Freunde und Eindrücke werde ich wirklich vermissen. Einfach die Art dort zu Leben ist eine ganz andere. Besonders schwer fiel mir der Abschied von meinen zwei Jungs, ich war ja jetzt quasi so eine Art Mama für sie. Auch jetzt muss ich noch oft an sie denken…

Dies war eine kleine Zusammenfassung von dem, was ich erlebt habe. In den nächsten Wochen werde ich davon berichten, wie es wieder ist, zu Hause zu sein.

Gern könnt ihr diesem Link einen Besuch abstatten: https://vimeo.com/127566393 Ich habe ein Video mit all meinen Fotos und Erlebnissen in Australien zusammengestellt.

EURE FAVORITEN