Gläserne Büros für den Essigturm

Eine gläserne Decke: Mit diesem einfachen Trick würde aus dem Essigturm auf dem ehemaligen Chemviron-Gelände in Brilon-Wald ein Foyer für die Briloner Firma Condensator Dominit.
Eine gläserne Decke: Mit diesem einfachen Trick würde aus dem Essigturm auf dem ehemaligen Chemviron-Gelände in Brilon-Wald ein Foyer für die Briloner Firma Condensator Dominit.
Foto: WP
Mehr als 20 Studenten stellen Nutzungskonzepte für den Essigturm auf dem ehemaligen Chemviron-Gelände in Brilon-Wald vor

Brilon..  Ein Penthouse. Hoch oben im fünften Stock hinter der alten Fassade des Essigturms. Christian Dresel, Briloner Unternehmer und Geschäftsführer der Condensator Dominit GmbH, verschränkt die Arme vor der Brust. Ein bisschen scheint ihm die Idee des Siegener Studenten zu gefallen. Gleichzeitig betont er: „Ich hab die erstmal gefragt, was die glauben, was ich hier mit meinen Mitarbeitern tue“, sagt er und lacht.

Der Unternehmer reiste vergangene Woche zur Universität Siegen. Im Dezember hatte er mehr als 20 Studenten nach Brilon geholt, die unter realen Bedingungen Nutzungskonzepte für den Essigturm auf dem ehemaligen Chemviron-Gelände in Brilon-Wald entwerfen sollten. Denn der Unternehmer plant, das Gelände und den Turm zu kaufen, sollte sich für das Gebäude eine sinnvolle Nutzung erarbeiten. Nicht so einfach, denn der Turm ist zwar stark sanierungsbedürftig, steht aber gleichzeitig unter Denkmalschutz. „Trotzdem müssen erst einmal die Altlasten saniert werden“, erklärt Christian Dresel.

Dazu gehören die Neuverputzung der Wände, die Bodenversiegelung und die Sanierung der Stahlkonstruktion im Inneren des Gebäudes. Erst dann könnten die Räume genutzt werden. Wie eine Nutzung aussehen könnte, stellten die Studenten vor:


Die begehbare Glasscheibe. Ein Glasboden im Turm soll für eine helle Atmosphäre sorgen. „Für mich ist das nichts. Ich hab zwar keine Höhenangst...“, den Rest des Satzes lässt Christian Dresel im Raum.

Das Haus-im-Haus-Konzept. Ausschachten ist das Stichwort, das fast jeder Student bei seiner Präsentation nannte. Die Wände sanieren, neue Dämmungen einbauen, die Stahlkonstruktion ersetzen. Und dann eben ein Haus im Haus. Christian Dresel erklärt: „Das ist wie ein Fertighaus, das einfach in das alte Gebäude gebaut wird. Im Ruhrgebiet findet man sowas oft in alten Fabrikhallen, die jetzt anderweitig genutzt werden.“ Die Verkleidung kann je nachdem aus Holz oder Glas sein und den Blick auch auf die alten Mauern freigeben. Neu verputzt werden müssten die Wände trotzdem. „Nicht dass ein Mitarbeiter plötzlich über Asthma klagt.“
Der Tagungsort. Die meisten Studenten zeigten dieselben Nutzungsideen: Konferenzräume, Mitarbeiterbüros, ein Foyer, vielleicht eine Ausstellung. Für Christian Dresel nicht abwegig. „Und sollten wir oben im Turm unseren Konferenzraum haben, dann ist das der luxuriöseste in der ganzen Region.“
D er Eingang. Eine schlanke und kostengünstige Lösung: Eine schlichte Glasdecke und die Einrichtung eines Foyers. Der Essigturm würde dann nur als Eingang dienen. „Der Ideengeber war der Meinung, dass der Turm nur unnötige Kosten verschlingen würde. 3500 Euro pro Quadratmeter Büroraum in der Sanierung, hat er uns auf der Tafel vorgerechnet.“


Der gläserne Aufzug. Beim Bauen gehört das Auge auf die Fluchtwege dazu. Treppen innerhalb des Turmes würden aber viel Raum für anderweitige Nutzung wegnehmen. Christian Dresel zeigt sich beeindruckt von den Lösungsvorschlägen einiger Studenten, die neben den Essigturm ein gläsernes Treppenhaus bauen möchten. „Das würde die Ansicht des Turmes sehr verändern. Der Kontrast zwischen altem Gebäude und dem neuen und modernen Treppenhaus finde ich interessant.“ Weiterer Vorteil: Barrierefreiheit.
Das Wahrzeichen. Für Christian Dresel ist es wichtig, den Turm als Wahrzeichen der Stadt auch von außen wieder schön zu gestalten. „Ich habe aus diesen Vorschlägen vor allem mitgenommen, dass es Möglichkeiten für den Turm gibt und dass der Turm mich nicht von einem Kauf abhalten wird.“ Für den Unternehmer stehen demnächst Treffen mit der Stadt und dem Land NRW an, das er für die Sanierung der „Altlasten“ in die Verantwortung nehmen möchte. Wird er mit dem Land handelseinig, sei der erste Schritt die äußerliche Sanierung sowie der Bau einer Fabrikhalle. Dann könne man Schritt für Schritt eine Lösung für den Turm erarbeiten.

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