Gespräche über Volksbank-Fusion in Brilon

Karl-Udo Lütteken, Karl-Heinz Hemsing, Josef Brücher und Heinz Sonntag (v.l.) stellten am Mittwoch die Fusionspläne der beiden Banken vor.
Karl-Udo Lütteken, Karl-Heinz Hemsing, Josef Brücher und Heinz Sonntag (v.l.) stellten am Mittwoch die Fusionspläne der beiden Banken vor.
Foto: WP

Brilon. Die Volksbank Brilon und die Volksbank Büren und Salzkotten haben Gespräche über eine Fusion aufgenommen. Geben alle ihren Segen, könnte die neue „Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten“ zum 1. Januar 2012 an den Start gehen.

Ob die „Hochzeitsglocken“ wirklich läuten, entscheiden letztlich die Vertreterversammlungen. Aber weitaus mehr als „Händchenhalten“ ist es schon: Sagen wir es mal so: Die Verlobung ist ganz konkret in Aussicht gestellt, die Hochzeitsplaner sind beauftragt. Es gibt sogar schon einen Termin. Die Volksbank Brilon und die Volksbank Büren und Salzkotten haben Gespräche über eine Fusion aufgenommen. Geben alle Väter und Mütter ihren Segen, könnte die neue „Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten“ – so der angedachte Name - zum 1. Januar 2012 an den Start gehen.

Die Nachricht kam überraschend. Erst am Dienstag hatten die Aufsichtsräte unabhängig voneinander „grünes Licht“ für weitere Fusionsbestrebungen gegeben; gestern gingen beide Banken an die Öffentlichkeit. „Grabe den Brunnen, ehe Du durstig bist“, brachte Karl-Udo Lütteken, Vorstandsmitglied der VB Brilon, die Motivation für eine Zusammenführung prosaisch auf den Punkt. Beide Banken seien Verhandlungspartner auf Augenhöhe und planten die Fusion, um auch künftig ein „verlässlicher Partner der mittelständischen Unternehmen in der Region“ zu sein.

Auflagen gefährden Partnerschaft

Und genau diese Partnerschaft sieht Vorstandskollege Josef Brücher durch Auflagen gefährdet: „Es ist schon heute absehbar, dass bundesweit tätige Banken die neuen Eigenkapitalregeln nach Basel III nur dann erfüllen können, wenn sie sich aus dem regionalen Kreditgeschäft zurückziehen. Das wird mittelständische Betriebe in unserer Region mit einer Tendenz zur Kreditklemme betreffen.“ Als heimische Genossenschaftsbank müsse man dem entgegensteuern und sogar mehr Verantwortung für die Kreditversorgung in der Region tragen.

Mit einer Fusion würden die beiden Banken ein gemeinsam haftendes Eigenkapital von 85 Millionen Euro erreichen und wäre damit für die Kapitalausstattung gut gerüstet. Momentan kann die Volksbank Brilon maximal fünf Millionen Euro pro Einzelengagements vergeben. Als gemeinsames Institut würde sich die Summe verdoppeln. Brücher: „Die Firmen wachsen und expandiren heutzutage schneller als die Banken. Jede Bank für sich allein würde auf Dauer zu schnall an ihre Grenzen stoßen. Durch mehr Größe bekämen wir auch mehr Kraft.“

 
 

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