Gegner sehen darin ein Todesurteil für die Dörfer

200 Zuhörer kamen zur Bürgerversammlung in Elpe zum geplanten Bau von Windrädern.
200 Zuhörer kamen zur Bürgerversammlung in Elpe zum geplanten Bau von Windrädern.
Foto: Aue
Das Thema Windkraft zieht wie eine steife Brise durch das gesamte Kreisgebiet. Der Protest der Bürger gegen die Anlagen wächst. Das wurde auch in Elpe deutlich, wo die Bürgerinitiative „Windflut Elpe“ zu einem Info-Abend eingeladen hatte.

Elpe..  „Windkraft – Todesurteil für unsere Dörfer“. Dieser Slogan prangte Donnerstagabend bei einer Info-Veranstaltung groß auf einem Transparent mit blinkenden Windrädern in der Elper Schützenhalle.

Ist es das wirklich? Darüber wollte die Bürgerinitiative „Windflut Elpe“ die Einwohner einmal durch vier sachkundige Referenten umfassend informieren. In Anlehnung an die Flut an der Nordsee, die immer stärker werde, habe man den Begriff „Windflut“ bewusst gewählt, so Didi Burmann aus Elpe, einer der Initiatoren in seiner Begrüßung. Auch auf Elpe kämen die Windräder demnächst mit geballter Kraft zu und dem wolle man möglichst viel Gegenwind entgegensetzen.

Beruhigungspille für Politiker?

Seine Kollegin Bettina Knoche bezifferte die Zahl der Windräder, die ihr Heimatdorf umzingelten, mit 28. Denn neben den Windrädern vom Mannstein und Braberg würden auch Projekte aus dem Raum Winterberg, Schmallenberg und Bestwig das Leben in Elpe beeinträchtigen. Von den massiven Eingriffen in die Landschaft und Natur ganz zu schweigen.

Anschließend ging Georg Wüllner, Physiotherapeut aus dem benachbarten Bödefeld, auf die bekannten gesundheitlichen Schäden und Belästigungen (wir berichteten mehrfach darüber aus Rat und diversen Veranstaltungen) ein. Wüll-ner machte deutlich, dass durch Lärm und etliche andere Faktoren Anwohner, die in der Nähe von Windkraftanlagen wohnen, auf Dauer irreparable Schäden davontragen könnten.

Eigentlich nichts Neues für die ständigen Besucher von Infoveranstaltungen - egal ob pro oder kontra Windkraft. Und die waren reichlich da: von Bruchhausen bis Wiemeringhausen, von Gevelinghausen bis hin zu den angrenzenden Dörfern der Nachbarstädte sowie dem wie Elpe arg gebeutelten Esshoff.

Unter den rund 200 Interessenten befanden sich auch etliche Ratsmitglieder, vor allem der CDU. Leichter dürfte denen die Meinungsbildung nach diesem Abend sicher nicht fallen, dafür kam das Pro doch relativ zu kurz.

Die Aussage der Betreiber, wonach Windkraftanlagen angeblich keine gesundheitlichen Schäden verursachen, quittierte Wüllner mit einem milden Lächeln. Das sei eher eine Beruhigungspille für Politiker.

Frage der Rentabilität

„Wer für Windkraft auf den Höhen ist, sollte Vorrangflächen ausweisen! Wer dagegen ist, sollte es unterlassen“, so der der Präsident des Landgerichts Arnsberg a.D., Christian Müller aus Bigge, der den rechtlichen Part übernommen hatte. Wenn die Stadt Vorrangflächen ausweise, gehe alles den vom Gesetzgeber vorgeschriebenen, gewohnten Gang. Und da in Olsberg die fünf Vorrangflächen längst ausgewiesen seien, werde deutlich, wohin der Weg in Sachen Windkraft in Zukunft in Olsberg gehe. Doch das sei nur ein erster Schritt, denn auch in diesem Fall gebe es das Instrument, Einwände zu erheben. Und das reichlich, um letztendlich zu erreichen, dass die Projektierer vielleicht die Lust an ihrem Vorhaben verlösen, weil die Windkraft aufgrund sinkender Subventionen, nicht mehr so rentabel sei.

Das Sauerland habe eine intakte Infrastruktur und lebe hauptsächlich auch vom Tourismus, meinte Energietechniker Martin Peters. Gerade diese Branche müsse sich wohl oder übel, wenn die Höhenzüge (und nicht nur die) mit Windrädern zugepflastert würden, auf Einbußen gefasst machen. Auch der Wertverlust für Immobilien dürfte im Bereich von 30 bis 40 Prozent zu suchen sein. Somit seien die Folgen für das Sauerland und damit auch Elpe nicht gerade rosig. Auch Energietechniker Jürgen Schröder, der zur Wirtschaftlichkeit referierte, sah in den Windkraftprojekten wenig Positives und hatte für den Eingeweihten wenig neue Erkenntnisse parat. Letztendlich rechne sich alles nicht, wie er anhand eines umfangreichen Zahlenwerks zu belegen versuchte. Sein Fazit: Alles geht zu Lasten der Verbraucher und Bürger, ob die Windräder denn nun kommen oder nicht.

Steilvorlage

Ein wenig „mehr Elpe“ wäre wohl bei den Diskussionsbeiträgen wünschenswert gewesen, schließlich ging es ja in erster Linie um Elpe. Dafür sprangen dann die Bürgerinitiativen aus den Nachbardörfern in die Bresche, die schon Erfahrung auf diesem Gebiet haben. Und wie schon bei vorherigen Veranstaltungen wurde nicht mit Polemik gegen Bürgermeister und Rat gespart.

Vor allem die Aussage des stellvertretenden Bürgermeisters Karl-Josef Steinrücken aus Bruchhausen, der sich zuvor noch einmal für den geplanten Verfahrensablauf stark gemacht hatte, wirkte da wie eine Steilvorlage. Steinrücken hatte mitgeteilt, wie die meisten Bürgermeister der Region, wolle auch Wolfgang Fischer aus Gründen der Neutralität keine offizielle Stellung beziehen.

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