Gegenwind kommt aus Winterberg

Die Windkraft-Kritiker in Winterberg formieren sich.
Die Windkraft-Kritiker in Winterberg formieren sich.
Foto: Rita Maurer
Die Bezirksregierung in Arnsberg bekommt Gegenwind aus Winterberg in Bezug auf ihren Regionalplan zum Thema Windkraft. Michael Brinkmann aus Grönebach und Willi Schmidt aus Niedersfeld hatten sich bereits im Juni zusammengefunden, um zu überlegen, wie man die Einzelmaßnahmen der Winterberger Ortschaften auf lokaler Ebene bündeln und mit der Kommunalpolitik konstruktiv zusammenarbeiten kann. Mittlerweile gibt es die Initiative „Bündnis Winterberg“.

Winterberg..  Die Bezirksregierung in Arnsberg bekommt Gegenwind aus Winterberg in Bezug auf ihren Regionalplan zum Thema Windkraft. Michael Brinkmann aus Grönebach und Willi Schmidt aus Niedersfeld hatten sich bereits im Juni zusammengefunden, um zu überlegen, wie man die Einzelmaßnahmen der Winterberger Ortschaften auf lokaler Ebene bündeln und mit der Kommunalpolitik konstruktiv zusammenarbeiten kann.

Rat und Verwaltung angeschrieben

Mittlerweile hat sich für die Kernstadt auch der Winterberger Gastronom Hans-Josef „Uppu“ Gruß angeschlossen. Gemeinsam haben die drei die Initiative „Bündnis Winterberg“ gegründet, eine Internetseite mit umfangreichen Informationen eingerichtet und in der vergangenen Woche den Winterberger Rat und die Verwaltung angeschrieben. Das Bündnis Winterberg kooperiert mit der „VernunftWende“, einem Zusammenschluss von zahlreichen Bürgerinitiativen aus ganz NRW, die sich für eine Energiepolitik-Wende mit Augenmaß und Vernunft einsetzen.

„Noch immer ist vielen Bürgern nicht bewusst, was da mit dem Regionalplan auf Winterberg und seine Ortschaften zukommt“, sorgt sich Hans-Josef Gruß. Alle drei kritisieren, dass gerade für die Region Winterberg, die vom Tourismus lebt wie kaum eine andere Gegend in NRW, laut den Plänen der Bezirksregierung acht Flächen für Windkraftanlagen ausgewiesen werden sollen, die bis auf die Zone bei Altenfeld bisher nicht in der Diskussion standen oder auf kommunaler Ebene bereits als ungeeignet verworfen wurden. Die derzeit von der Bezirksregierung für die Stadt Winterberg geplanten Windkraftzonen betragen mit einer Fläche von zusammen rund 560 Hektar rund drei Prozent des Stadtgebietes und böten laut Rechnung der Winterberger Bürgerinitiative Platz für über 80 Windräder mit einer Höhe von bis zu 200 Metern - „mit gravierenden Folgen für das Landschaftsbild, die Anwohner und die gesamte Tourismusbranche”, mahnt Willi Schmidt.

Willi Schmidt war in der vergangenen Woche mit weiteren Vertretern der Vernunft-Wende im Düsseldorfer Landtag und hatte dort unter anderem die Gelegenheit, mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Matthias Kerkhoff über die Problematik zu sprechen.

Stellungnahme weiter möglich

„Eine solche massive Veränderung der Landschaft werden wir nicht hinnehmen“, kommentierte Kerkhoff die Pläne aus Arnsberg, „dennoch muss jede Region ihren Beitrag zur Energiewende leisten, auch das Hochsauerland. Der Regionalplan in der vorliegenden Fassung ist unannehmbar.“ Zur vom Bündnis Winterberg und auch vom Rat der Stadt in der letzten Sitzung am vergangenen Donnerstag geforderten „H10“-Regel (siehe Infokasten) wollte Kerkhoff sich vorerst noch nicht äußern. „Derzeit gelten in NRW unterschiedliche Mindestabstände von Windrädern zur Wohnbebauung, die deutlich unter 800 Meter liegen können. Mit der Umsetzung der H10-Regel wäre zumindest der Bürgerschutz flächendeckend gewährleistet und die meisten Probleme vom Tisch”, so Brinkmann.

Der Entwurf des Regionalplans liegt inzwischen öffentlich aus, bis zum 22. Dezember 2014 können sowohl private Bürger als auch Politiker und Behörden dazu Stellung beziehen.

Den drei Initiatoren ist es deshalb wichtig, dass sich die Winterberger Bürger jetzt über die Pläne der Bezirksregierung informieren und gegebenenfalls bis Dezember eine Stellungnahme dort abgeben. „Wir bieten auf unserer Internetseite hierfür einen entsprechenden Mustervordruck an“, erläutert Hans-Josef Gruß das Anliegen der Winterberger Bürgerinitiative.

 
 

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