Gabriel: Die Gänse im Ofen dürfen auf keinen Fall „schwarz“ werden

SPD-Parteivorsitzender Sigmar Gabriel beim Gänseessen in Olsberg
SPD-Parteivorsitzender Sigmar Gabriel beim Gänseessen in Olsberg
Foto: WP

Brilon..  Wenn es auch bis zum Martinstag noch etwas Zeit ist, so lud die Olsberger SPD schon jetzt zum jährlichen Gänseessen ein. Aus gutem Grund, denn der Bundesvorsitzende der Partei, Sigmar Gabriel, hatte sich die Zeit genommen, um der Basis den lange versprochenen Besuch abzustatten.

Nachdem er im vergangenen Jahr werden eines Defektes am Flugzeug kurzfristig absagen musste, enttäuschte er diesmal die Genossinnen und Genossen nicht. Und die waren reichlich ins Haus des Gastes gekommen, das wieder einmal bis auf den letzten Platz ausgebucht war. Neben den Parteimitgliedern und Mandatsträgern aus der Region wollte auch der eine oder andere interessierte Bürger, der den Sozialdemokraten nahe steht, aus berufenem Mund erfahren, wie sich die SPD in Zukunft aufstellt. Vor allem aber, wie die Chancen von Peer Steinbrück als Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr sind.

„Durchaus rosig“, so Gabriel, komme doch die Bundeskanzlerin trotz ihrer relativ guten Umfragewerte dank einer sich selbst zerfleischenden FDP nicht gegen Rot/Grün an. Denn bei beiden Parteien heiße es im Wahlkampf „Miteinander“ und nicht „Gegeneinander“.

Wie der Rede Gabriels zu entnehmen war, dürfte die Sozialpolitik den Schwerpunkt im kommenden Wahlkampf bilden. Hier will man unter anderem für altersgerechte Arbeitsplätze sorgen, der Leih- und Zeitarbeit den Kampf ansagen und sich dafür einsetzen, dass anständige Arbeit auch anständig bezahlt wird. Gerade hier liege einiges im Argen, denn die mitunter geringen Löhne seien oft der Anfang vom Ende und der erste Schritt in die Altersarmut. Schon allein deshalb sei die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns dringend nötig.

Auch der Fachkräftemangel ist für Gabriel kein Wunder, denn wer vorher nicht ausbilde, brauche sich hinterher nicht beklagen. Außerdem sprach sich der SPD-Vorsitzende für die Frühförderung von Kindern und Jugendlichen aus sowie die Einführung einer Bürgerversicherung. Viel Beifall gab es auch für das Versprechen, nach 2013 zu gewährleisten, dass jeder, der 45 Jahre gearbeitet habe, ohne Abschläge in Rente gehen dürfe.

Außerdem will man zur sozialen Marktwirtschaft zurückkehren und die Reichen sollen mehr zur Kasse gebeten werden. Gabriel: „Wer mehr als 100 000 Euro verdient, soll auch mehr Steuern zahlen.“ Um all diese Probleme zu bewältigen, sei Peer Steinbrück der richtige Mann für das Amt des Bundeskanzlers, weil er einfach glaubwürdiger sei und Angela Merkel ohnehin vor der nächsten Wahl keine Mehrheit mehr habe.

Die Rückkehr an die Regierung sei das richtige Geschenk zum 150. Geburtstag der SPD im kommenden Jahr, so der Parteivorsitzende , dessen große Sorge es war, dass die Gänse im Ofen auf keinen Fall „schwarz“ werden durften.

 
 

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