Für Freunde und Gäste

Dr. Helmut Kohl hat sich in dem Goldenen Buch der Stadt Medebach verewigt.
Dr. Helmut Kohl hat sich in dem Goldenen Buch der Stadt Medebach verewigt.
Foto: WP

Medebach..  Das Goldene Buch der Stadt - von ihm gehört hat beinahe jeder schon einmal. Aber wie genau sieht so ein Goldenes Buch eigentlich aus? Ist es wirklich golden? Und zu welchen Anlässen wird es hervorgeholt? Unsere Zeitung hat einmal einen Blick in das Buch der Stadt Medebach geworfen.

In Medebach gibt es davon aber nicht nur eins, sondern zwei - so viele Gäste und Ereignisse haben seit 1951 Anlass für einen Eintrag in das Goldene Buch der Stadt gegeben.

„Das erste Buch haben wir zur 800-Jahr-Feier der Stadt angefangen“, erklärt Ernst Soboll, Vertreter des Bürgermeisters. „Das Jubiläum wäre eigentlich 1944 gewesen, aber wegen des Krieges wurde erst im Juli 1951 gefeiert.“

Genau genommen, sprechen die Medebacher gar nicht vom Goldenen Buch. In geschwungenen Lettern steht auf der ersten Seite: „Dieses Buch widmet die Stadt allen lieben Freunden und Gästen“. Es ist ja auch gar nicht golden, sondern in dickes braunes Leder eingebunden. Golden ist allerdings der Schriftzug „Chronik“, der auf dem Einband prangt. Zwei Schutzumschläge aus Papier und ein Karton schützen das gute Stück. „Für eine Stadt ist so ein Buch wichtig“, meint Ernst Soboll. Gäste mit Rang und Namen aus der Politik, der Kultur, aber auch die französische Partnerstadt Locmine sowie Menschen aus Medebach selbst haben sich auf den dicken Papierseiten verewigt und geben Zeugnis von der Stadtgeschichte.

Dass der Sport schon immer ein wichtiges Thema in Medebach war, wird deutlich. Heike Langstein, die deutsche Biathlonmeisterin, hat ihre Unterschrift zum Beispiel am 7. Februar 1989 geleistet. Besonders schön anzusehen, sind die Unterschriften - besser gesagt Schriftzeichen - der chinesischen und der japanischen Fußballnationalmannschaften, die im Juli 1981 bzw. 1983 zu Freundschaftsspielen in Medebach zu Gast waren.

„Da sind hoch interessante Einträge dabei“, macht Ernst Soboll neugierig. „Der prominenteste Gast ist mit Sicherheit Helmut Kohl, der als Bundeskanzler am 4. September 1994 zum Europaschützenfest zu Gast in Medebach war.“ Die Unterschrift des ehemaligen Bundeskanzlers befindet sich übrigens schon im zweiten Buch. „Das wurde zur 850-Jahr-Feier der Stadt im Mai 1994 angeschafft“, erklärt der Vertreter des Bürgermeisters.

Extra für die Stadt angefertigt, verzieren der Schriftzug „Stadt Medebach“ und das Stadtwappen in Gold das aktuelle Exemplar mit dickem grünen Ledereinband. In einer künstlerisch anmutenden Handschrift mit schwarzer Tinte ist außerdem zu jedem Eintrag der entsprechende Anlass erklärt. „Das macht Brigitte Clement für uns.“

Aber nicht nur prominente Gäste, sondern auch Ratssondersitzungen werden festgehalten. Einer der letzten Einträge in dem „Grünen Buch“ ist beispielsweise vom 23. Oktober 2009, als Bürgermeister Heinrich Nolte verabschiedet und der neue Bürgermeister Thomas Grosche in sein Amt eingeführt wurde.

Das zweite Buch ist auch schon gut gefüllt - nicht mehr allzu lang, dann ist es Zeit für ein drittes.

 
 

EURE FAVORITEN