Fünf Minuten Zeit und 60 Cent für Winterbergs Zukunft

Der Windkraft-Infoabend in Winterberg stieß auf reges Interesse.
Der Windkraft-Infoabend in Winterberg stieß auf reges Interesse.
Foto: Rita Maurer
Mehr als 400 Interessierte lauschten in der Stadthalle konzentriert den Ausführungen der Initiatoren vom „Bündnis Winterberg“ zu den von der Bezirksregierung Arnsberg geplanten Windkraft-Vorrangzonen im Stadtgebiet. Das Bündnis setzt sich für eine „Energiewende mit Vernunft“ ein.

Winterberg.. Fritz Honselmann nahm eventuellen Windkraft-Befürwortern bei seiner Begrüßung direkt den Wind aus den Segeln und wies darauf hin, dass es sich um einen reinen Info-Abend ohne anschließende Debatte handele. Anhand von Zahlen und Studien stellte Michael Brinkmann u.a. die Wirtschaftlichkeit und globale Verhältnismäßigkeit des Erneuerbare-Energien-Gesetzes dar.

Ein Raunen ging immer wieder durch die Reihen, als Willi Schmidt die konkreten Folgen der Arnsberger Windkraftpläne für Winterberg erläuterte und mit Foto-Montagen zeigte, wie sich die Landschaft durch eine Realisierung der Windkraftanlagen verändern würde. Er verwies dabei auf die vielen auswärtigen Autokennzeichen im Stadtbild: „Diese Gäste kommen nicht, um Industrieanlagen auf den höchsten Bergen in NRW zu sehen. Investieren Sie deshalb fünf Minuten Zeit und 60 Cent für Winterberg, um eine schriftliche Stellungnahme an die Bezirksregierung zu schicken.“

Viele Besucher nutzten somit die Gelegenheit, die bereitliegenden Vordrucke direkt auszufüllen oder mitzunehmen, denn bis zum 22. Dezember kann den Plänen noch widersprochen werden.

Tourismus-Chef Michael Beckmann berichtete im anschließenden Gespräch mit der WP, dass im Saal zahlreiche Gastronomen und Einzelhändler gewesen seien, denen die Auswirkungen für den Tourismus und alle damit verbundenen Gewerbetreibenden eindrucksvoll bewusst geworden seien. Basierend auf den aktuellen touristischen Daten von Mai bis Oktober 2014 mit 520 000 Übernachtungen und einem erfahrungsgemäßen Umsatz von 90 Euro pro Gast und Tag würde ein Übernachtungsrückgang von 10 Prozent einen Verlust von 4,7 Mio. Euro bedeuten. „Winterberg ist die einzige Stadt in NRW, die vom Tourismus lebt, und deshalb von geplanten acht Vorrangzonen unverhältnismäßig stark betroffen“, so Beckmann.

Stellungnahme der Stadt folgt

Bürgermeister Eickler lobte die Referenten für die vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Er hoffe darauf, dass möglichst viele Winterberger der Kommunalpolitik mit einer eigenen Stellungnahme den Rücken stärken. „Wir sind nicht strikt gegen Windkraft, Winterberg soll durchaus seinen Beitrag zur Energiewende leisten. Aber wir brauchen ein Konzept, das Stadt und Bürger vertragen können, z.B. durch die in Bayern bereits angewandte H10-Regel.“ Momentan sei eine umfassende Stellungnahme der Stadt in Arbeit, die am 13. Dezember in der öffentlichen Ratssitzung debattiert werde.

 
 

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