„Freddy“ besingt das neue Jahr in Hallenberg

Zum Neujahrsempfang der Stadt Hallenberg begrüßte Bürgermeister Michael Kronuage (5.v.l.) u.a. Winterbergs Bürgermeister Werner Eickler, Rodel-Jugendolympiasieger Christian Paffe, MdL Matthias Kerkhoff, "Freddy" Albers, den stellv. Landrat Dr. Michael Schult, MdB Dr. Patrick Sensburg, Bürgermeister Thomas Grosche und OberstleutnantElmar Henschen (v.l.)
Zum Neujahrsempfang der Stadt Hallenberg begrüßte Bürgermeister Michael Kronuage (5.v.l.) u.a. Winterbergs Bürgermeister Werner Eickler, Rodel-Jugendolympiasieger Christian Paffe, MdL Matthias Kerkhoff, "Freddy" Albers, den stellv. Landrat Dr. Michael Schult, MdB Dr. Patrick Sensburg, Bürgermeister Thomas Grosche und OberstleutnantElmar Henschen (v.l.)
Foto: WP

Hallenberg..  Was sind schon die „Bilder eines Jahres“ im ZDF gegenüber dem Jahresrückblick in Hallenberg? 300 Gäste waren am Donnerstagabend in die Stadthalle gekommen, wo Bürgermeister Michael Kronauge im Namen der Stadt Dank für gute Zusammenarbeit, gutes Miteinander und bürgerschaftliches Engagement sagte.

Und was das ZDF so zeigt, haben die Hallenberger sowieso schon lange zu bieten. Hans Albers, Freddy Quinn, Frank Sinatra, Elvis oder Engelbert - sie alle waren da. Allerdings in Personalunion von Carsten Hesse. Gekonnt und überzeugend sang der Hallenberger „Junge komm bald wieder“ oder „New York, New York!“ Tolle Stimme, super Stimmung. Schunkeln und swingen, Seemannsjacke und Smoking im fliegenden Wechsel. Gut gemacht! Erstaunlich textfest: Medebachs Bürgermeister Thomas Grosche, als Zufalls-Gesangspartner bei der „Reeperbahn nachts um halb eins“...

Ein waschechter Olympiasieger (Jugend-Rennrodler Christian Paffe) wurde begrüßt, ein erfolgreicher junger Filmemacher gewürdigt (Lukas Tielke) und per Video-Einspieler „schnitzte“ der Hesborner Eisbildhauer Joachim Knorra ein Cocktailglas, das erst jetzt zum Silvesterabend im Fernsehen zu bestaunen war - allerdings bei RTL.

Gute zwei Stunden dauerte die unterhaltsame Jahresbilanz von Michael Kronauge, der viele Seiten im Buch 2012 aufschlug - traurige und freudige: Er erinnerte u.a. an kulturelle Höhepunkte (Freilichtbühne, Ausstellungen im Kump), an die Bürgerbrennholz-Diskussion und an die Verbesserungen der medizinischen Versorgung. Anhand von Zahlen (57 Sterbefälle zu 36 Geburten, 213 Abwanderer zu 147 Zugezogenen in 2012) machte er aber auch deutlich, welche Herausforderungen der demografische Wandel für die kleine Stadt mit sich bringt. Und dass er sich daher in diversen Arbeitskreisen noch mehr Teilnehmer gewünscht hätte. Dass der geplante Baumkronenweg ohne Investor nicht realisiert werden kann, ist eine bittere Pille. Trotzdem soll das Projekt nicht ganz auf Eis gelegt werden; das gilt auch für die weiteren Bemühungen, einen Drogeriemarkt in der Stadt anzusiedeln.

Wirtschaftlich geht es der kleinen Kommune offenbar gut. Das zeigen 4,4 Mio. Euro an Gewerbesteuereinnahmen. Von 2,4 Mio. waren die Prognosen ausgegangen. Doch das unerwartete Sprudeln bedeutet für 2013 geringere Schlüsselzuweisungen. Zwei Beispiele für die Wirtschaftskraft Hallenbergs nannte Kronauge. Beide feierten 2012 ihr 50-jähriges Bestehen. Das Speditionsunternehmen Kleinwächter mit, so der Bürgermeister, 120 Fahrzeugen und 170 Mitarbeitern. Und die Firma Borbet mit 3500 Beschäftigten an acht Standorten, davon über 350 im Stadtgebiet Hallenbergs. Kronauge: „Damals wollte Peter-Wilhelm Borbet in Hesborn die Jagd pachten. Bürgermeister Guntermann sagte ihm, das gehe klar, wenn er sich dort auch ansiedle und wenigstens fünf Arbeitsplätze schaffe.“ Auflage erfüllt.

Im Namen der Kirchengemeinden richtete Pfarrer Ernst-Dieter Mankel, der nach neun Jahren als evangelischer Geistlicher in Hallenberg im Frühjahr in den Ruhestand geht, ein Grußwort an die Gäste. Das Zusammenleben der Christen beider Konfessionen habe sich verbessert. Aber Glaube sei oft nicht mehr Leitmotiv eigenen Handelns, beklagte er eine wachsende Distanz zu Kirche und eine allgemeine Orientierungslosigkeit.

MdL Matthias Kerkhoff zollte den Ehrenamtlichen in den Kommunen Anerkennung. Er habe Heimat durch seine neue Aufgabe im Landtag von einer ganz anderen Seite kennengelernt. „Hier wird nicht gewartet, hier wird angepackt.“ Hier noch ein paar „Splitter“ vom Neujahrsempfang:

Suzanne von Borsody kommt

Die bekannte Schauspielerin Suzanne von Borsody stellt ab März erstmals überhaupt ihre Bilder aus - und zwar im Hallenberger Kump. Den Kontakt stellten die beiden liebenswerten Tenbuß-Zwillinge her, die ebenfalls schon in dem schmucken Fachwerkhaus ihre Promi-Autogramme zeigten.

Als Freddy an die Waterkant

Der als „Freddy Albers“ bekannte Carsten Hesse hat ab April wieder ein Festengagement in Hamburg. Bei musikalischen Hafenrundfahrten mit „Barkassen-Meyer“ singt der Hallenberger Jung Lieder von Freddy Quinn und Hans Albers.

Aber „La Paloma“ singen?

Können sich finanzklamme Städte überhaupt Jahresempfänge leisten? Allen Kritikern zum Trotz: Sparkasse Hochsauerland und Volksbank Bigge-Lenne übernehmen in Hallenberg die Kosten für den Abend.

Rede auf dem Prüfstand

Bürgermeister Kronauge versteht Spaß. Daher hat er seine Neujahrsansprache im „Internet-Bla-Bla-Meter“ auf ihren Gehalt prüfen lassen. Es waren 47 263 Zeichen und 6896 Wörter. Kronauge: „Weil das zu viel war, musste ich das zweiteilen. Teil 1 war super, Teil 2 hatte einen ,Bullshit-Faktor’ von 0,2 auf der Skala bis 2. Ich hoffe, es war trotzdem erträglich“. Keine Angst, es war sehr o.k.!

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