Flüchtlinge kommen mit Sammeltaxi wieder zurück nach Brilon

Tobias Schürmann
Acht Flüchtlinge sind eigenmächtig aus dem niedersächsischen Bramsche wieder zurück nach Brilon gefahren.
Acht Flüchtlinge sind eigenmächtig aus dem niedersächsischen Bramsche wieder zurück nach Brilon gefahren.
Foto: www.blossey.eu
Acht unangemeldete Flüchtlinge sind vor der Briloner Unterkunft an der Jakobuslinde aufgeschlagen. Angeblich gefiel ihnen die Zeltstadt in der ihnen zugewiesenen Unterkunft in Bramsche (Niedersachsen) nicht.

Brilon. Acht Flüchtlinge sind von Bramsche nach Brilon zurückgekehrt. Doch nicht auf dem offiziellen Weg mit einem Transport der Bezirksregierung, sondern in einem Sammeltaxi. So standen sie nach der "Heimfahrt" wieder unangemeldet vor der Tür der Turnhallen-Notunterkunft an der Jakobuslinde.

Von Bramsche zurück nach Brilon

Laut Auskunft der Malteser handelte es sich dabei um Personen, die bereits dem niedersächsischen Bramsche zugewiesen wurden. Ihnen scheint es dort allerdings nicht gefallen zu haben, so dass sie eigenmächtig den Weg zurück nach Brilon angetreten haben, so die Erklärung der Einrichtungsleitung. Dies seien keine Einzelfälle an der Briloner Unterkunft gewesen, wie es von Seiten der Malteser hieß.

FlüchtlingeProblematisch ist das für die Betreiber dennoch: „Wenn diese Menschen bereits zugewiesen worden sind, sind wir nicht in der Pflicht, ihren Wünschen zu entsprechen. Wir sind an gesetzliche Vorgaben gebunden“, erklärt Christian Schlichter, Pressesprecher der Malteser. Sind Flüchtlinge nach ihrer Registrierung einer Unterkunft zu­gewiesen, müssen sie dem nachkommen. „Sie sind in solchen Situationen in der Mitwirkungspflicht“, sagt Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg.

Verschiedene Varianten für spontane Rückkehr

So gebe es drei verschiedene Varianten, wonach Flüchtlinge unangemeldet vor Unterkünften erscheinen. Entweder sie sind bereits zugewiesen, aber sie möchten in der zugewiesenen Unterkunft nicht bleiben und kehren zu einer Erstaufnahmeeinrichtung zurück, in der sie vorher bereits waren. Oder die Flüchtlinge wurden bereits zugewiesen, aber aufgrund von Verständigungsproblemen, kehren sie einfach zu ihrer ersten Aufnahmeeinrichtung zurück. Und die letze Situation: Organisierte Schlepper setzen die Flüchtlinge vor einer Unterkunft ab.

In allen drei Varianten stellt das für die Betreiber ein Problem dar: Flüchtlinge, die sich außerhalb der offiziellen Dienstwege selbstständig um ihre Unterbringung kümmern wollen, können von den Betreibern auch abgewiesen werden. „Natürlich werden diese acht Menschen nicht einfach draußen stehen gelassen“, sagt Schlichter, dennoch „werden sie schnellstmöglich wieder an ihre zugewiesene Unterkunft zurück gebracht.“

Ein Verteilungsschlüssel sorgt dafür, dass die Flüchtlinge gerecht auf die einzelnen Bundesländer verteilt werden.