Altkreis. (rah) Bei der parteiinternen Nominierung der Direktkandidaten für den Landtag sind die Schützen- oder Dorfhallen meist proppevoll.
Bei der Piratenpartei war diese „Kreisversammlung“ am Samstag trotz Kandidatenkür eher beschaulich. Gefunden wurden dennoch zwei Kandidaten. So wird neben Daniel Wagner (Wahlkreis HSK I) auch Florian Otto aus Brilon-Wald für die Piraten im heimischen Wahlkreis HSK II im Mai antreten. Damit wären die Piraten erstmalig auch per Erststimme im HSK wählbar, wenn denn die erste Hürde auf dem Weg dorthin genommen wird. Da die Piratenpartei noch nicht im Landtag NRW vertreten ist, müssen für jeden Direktkandidaten 100 Unterstützer-Stimmen aus dem jeweiligen Wahlkreis gesammelt werden. „Ich habe bereits viel Zuspruch erhalten, so dass ich davon ausgehe, die 100 Unterschriften zu bekommen“, so Florian Otto gestern auf Anfrage dieser Zeitung. Einen Gegenkandidaten gab es für den 27-Jährigen, der seit Juni 2009 Mitglied der Piratenpartei ist, nicht. „Mir hat das Grundsatz-Programm der Partei gefallen und darin insbesondere die Themen Transparenz, Datenschutz sowie Mitbestimmung. Außerdem interessieren mich die Themen Internet und Patentrecht. Ich setze mich dafür ein, dass Wissen für alle zugänglich und frei verfügbar ist“, erklärt Florian Otto seine Beweggründe, sich politisch zu engagieren.
Chancen, das Direktmandat zu gewinnen, rechnet sich der Holzbearbeitungs-Mechaniker nicht aus, „Hauptziel ist es, auf die Partei im HSK aufmerksam zu machen.“ Über das Wahlkampf-Konzept hat sich Florian Otto noch keinen Kopf gemacht: „Erstmal brauche ich die 100 Unterschriften, danach werde ich mir darüber Gedanken machen.“ Klar ist, nur über das Internet und die neuen Medien wird er nicht um Stimmen kämpfen. „Nein, wir kleben auch Plakate, schließlich wollen wir alle Wählergruppen erreichen. Freunde und Bekannte werden mich unterstützen.“
Einen ersten Einblick in den Wahlkampf hat er schon bekommen. „Ein paar Bekannte, die in der CDU aktiv sind, haben mich schon belächelt.“