Fatale Fehlentscheidung

Berufskolleg Olsberg..  „Gerade die jungen Fachkräfte von Morgen brauchen moderne Bedingungen.“ So wird Landrat Dr. Karl Schneider (CDU) in einer Pressemitteilung des Hochsauerlandkreises bezüglich der „gut angelegten Investitionen von 50 Millionen Euro in die Schulen des HSK“ zitiert. Nachzulesen in der WP vom 9. März.


Gleichzeitig lehnt der Stadtrat in Brilon mit CDU-Mehrheit eine Resolution zum Erhalt der Elektrotechnikerausbildung am Standort Olsberg ab. Nachzulesen in der WP vom 7. März. Wer soll diesen Widerspruch verstehen? Hat sich die Diskussion um die Beschulung am Standort Olsberg zu einem parteipolitischen Spielball entwickelt, weil die SPD frühzeitig die Zusammenhänge verstanden und sich positioniert hat? Hat die Politik Angst vor der Bezirksregierung in Arnsberg? Darf Politik sich nicht mehr einmischen? Warum werden berechtigte Einwände aus den Unternehmen, der Wirtschaftsförderung, der Fachhochschule Südwestfalen und der Innung mit Füßen getreten? Wer soll denn die „neuen hochqualifizierten Studiengänge“ belegen, wenn künftige Aspiranten für eine Technikerausbildung dank zu erwartendem Kreistagsentscheid sich schon bei der Basisausbildung im Handwerk oder in der Industrie für eine Berufsschule außerhalb der Kreisgrenzen entscheiden? Wer einmal vor den Kopf gestoßen wird, wird das nicht vergessen.


Wirtschaftsförderer Oliver Dülme hat es auf den Punkt gebracht, denn durch eine solch fatale Fehlentscheidung der Politik wird durch die in die Nachbarkreise abwandernden Schüler der durch ein externes Büro erstellte Schulentwicklungsplan zur Farce.


Es geht in der Diskussion nicht darum, ein anderes Berufskolleg zu schwächen. Es geht um die viel gelobten positiven Bedingungen, die geschaffen werden müssen, um Fachkräfte an das Hochsauerland zu binden.


Bildung und Technologie sind doch wichtig – oder sind das auch nur halbherzige Lippenbekenntnisse? Es wird höchste Zeit, sich über parteipolitische Bedenken hinweg zu setzen und mit allen Beteiligten und Betroffenen an einem Strang für die gesamte Region zu ziehen.



Peter Staudt und Christoph Kloke,
Bundesverband mittelständische Wirtschaft e.V. (BVMW), Kreisverband Hochsauerland/Soest/Paderborn

 
 

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