Ex-MdL Langen vom Fall Linssen unangenehm überrascht

Altkreis..  Der Berliner SPD-Kultursekretär Andre Schmitz hat Konsequenzen aus seinem Steuerbetrug gezogen. Und auch CDU-Schatzmeister Helmut Linssen zieht sich nach der Affäre um die Anlage von mehr als 400 000 Euro in den Steueroasen Bahamas und Panama von seinem Amt zurück.

Wie beurteilen der frühere MdL Günter Langen und MdB Dirk Wiese die dubiosen Geldgeschäfte einiger Spitzenpolitiker?

15 Jahre (von 1990 bis 2005) hat Günter Langen mit Helmut Linssen im Düsseldorfer Landtag gesessen.

Ausgerechnet Linssen

Der 79-Jährige langjährige CDU-Bürgermeister von Medebach, der erst mit 55 Jahren in die Landespolitik kam, ist von den Meldungen über Helmut Linssen unangenehm überrascht. Ausgerechnet er, sei sein erster Gedanke gewesen, als er von den Vorwürfen erfahren habe. „Ich habe ihn nämlich als einen sehr korrekten Menschen und fähigen Fraktionsvorsitzenden kennen gelernt. Und menschlich schätze ich ihn trotz der Vorfälle nach wie vor.“ Allerdings, so Langen weiter, könne man das Verhalten Linssens, der bei seinem 60. Geburtstag in Medebach zu Gast war und einige Male unter seiner Präsidentschaft beim FC Landtag mitkickte, nicht vorbildlich nennen. Daher habe er mit seinem Rückzug aus der Politik auch den richtigen Schritt gewählt.

Langen schloss nicht aus, dass die Negativ-Beispiele der jüngsten Zeit weiter zur Politikverdrossenheit beitragen könnten. „Für manchen Bürger ist das Vertrauen in die Politik erschüttert. Andererseits sind Politiker auch nicht besser oder schlechter als die Bevölkerung.“

Überrascht war auch SPD-MdB Dirk Wiese, seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages, über die Affären Schmitz und Linssen. „Natürlich muss das alles schnellstmöglich und vollständig aufgeklärt werden. Ich denke, beide haben mit ihrem Rückzug aus der Politik richtig gehandelt.“

Nicht verallgemeinern

Er warne allerdings davor, die Fehltritte von Linssen und Schmitz nun zu verallgemeinern und sie als Machenschaften der Politik hinzustellen. „Wie auch in vielen anderen Berufen darf man hier nicht alle über einen Kamm scheren.“ CDU-MdL Matthias Kerkhoff wollte sich gestern zu dem Fall Linssen nicht weiter äußern. Wie öffentlich mitgeteilt, habe er ja die Konsequenzen gezogen.

 
 

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