Es winken „fette Belohnungen“

Rechtsanwalt Josef Mühlenbein, Silvia Hoffmann-Benz und Oliver Vogel (von rechts) arbeiten an der Aktion Steckbrief HSK. Durch Belohnungen erhoffen sie sich Hinweise zur Aufklärung von Straftaten.
Rechtsanwalt Josef Mühlenbein, Silvia Hoffmann-Benz und Oliver Vogel (von rechts) arbeiten an der Aktion Steckbrief HSK. Durch Belohnungen erhoffen sie sich Hinweise zur Aufklärung von Straftaten.
Foto: WP
Private Initative zur Aufklärung von Straftaten: Aktion Steckbrief HSK

Brilon.  Oft spielen Hinweise von Informanten eine große Rolle bei der Aufklärung von Straftaten. Viele Menschen sind jedoch gehemmt, sich persönlich bei der Polizei zu melden. Die Initiative „Aktion Steckbrief“ von Rechtsanwalt Josef Mühlenbein aus Brilon soll Anreize für potenzielle Hinweisgeber schaffen.

Wer sachdienliche Hinweise zu bestimmten Taten geben kann, dem winken „fette Belohnungen“, heißt es auf der Internetseite. Und tatsächlich. Etwa 30 Straftaten sind aufgelistet. Ausgeschrieben sind Belohnungen von jeweils 500 oder 1000 Euro. „Generell geht es ab 300 Euro los. Aber bei sehr schweren Delikten würde ich sogar hochgehen auf 3000 Euro oder mehr“, sagt Rechtsanwalt Josef Mühlenbein. Er hat die Aktion ins Leben gerufen, unterstützt wird er von Silvia Hoffmann-Benz und Oliver Vogel.

Ziel der Aktion

„Ich habe damit vor über zwei Jahren begonnen, weil sich viele Straftaten im sozialen Nahbereich abspielen. Personen fühlten sich speziell abends nicht mehr sicher draußen“, sagt der Anwalt. Häufig handle es sich um Einbrüche und Sachbeschädigungen. Aber auch Körperverletzungen kämen vor. Josef Mühlenbein wählt bestimmte Straftaten aus dem Presseportal der Polizei aus und kopiert diese auf seine Aktionsseite. Direkt einsehen kann man dort wie hoch die Belohnung ist und ob die Tat bereits aufgeklärt wurde. Mit den ausgeschriebenen Geldern will er die Polizei unterstützen und Bürger bei der Aufklärung einbinden. „Der Täter soll sich verunsichert fühlen. Ich hoffe, dass das Sicherheitsempfinden der Bürger gestärkt wird“, sagt er. Silvia Hoffmann-Benz ergänzt: „Es ist schön, dass man auch von privater Seite versucht, Straftaten aufzuklären.“

Ablauf

Hinweisgeber können sich entweder direkt bei der Polizei melden und sich auf die Aktion berufen oder bei der Kanzlei. Die Wahrung der Identität wird garantiert. Das Geld wird allerdings nur ausgezahlt, wenn der Täter identifiziert und rechtmäßig verurteilt werden konnte. Finanziert wird die Aktion von Privatleuten. „Wir haben etwa 10 Unterstützer. Wer einsteigen möchte, sollte mindestens 500 Euro in Form einer Art Bürgschaft bereitstellen“, sagt Mühlenbein. Die Gefahr, dass man wirklich zahlen müsse, sei gering. „Jeder Unterstützer zahlt höchstens bis in Höhe der Höchstbürgschaft. Jedem wird die Auslobung in 50 Euro Schritten abgerechnet bis der ausgeschriebene Betrag erreicht ist“, sagt er.

Polizei stimmt zu

Polizeisprecher Ludger Rath sagt, er könne die Belohnungen auf der offiziellen Seite der Polizei nicht bewerben. „Das würde rechtliche Probleme geben.“ Dennoch begrüßt er die Aktion. „Wenn es zum entscheidenden Hinweis führt, dass jemand privat Geld ausschreibt, dann freuen wir uns natürlich darüber“, sagt Rath.

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