Es soll richtig brummen und scheppern

Allein 2500 Quadratmeter Panzerplatten und 1000 Kubik Hackschnitzel werden auf dem Messegelände verlegt bzw. verstreut.
Allein 2500 Quadratmeter Panzerplatten und 1000 Kubik Hackschnitzel werden auf dem Messegelände verlegt bzw. verstreut.
Foto: WP
Vom 29. bis 31. Mai wird Brilon ihrem Ruf als Stadt des Waldes einmal mehr gerecht. Dann finden in Madfeld die DLG-Waldtage statt - eine Großveranstaltung mit 150 Ausstellern.

Madfeld..  Eigentlich hat Brilon 16 Dörfer. Aber auf dem „Prinzenknapp“ zwischen Madfeld und Bleiwäsche entsteht zurzeit die Nummer 17. Denn dort oben veranstaltet die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft u.a. gemeinsam mit dem Forstamt Brilon und dem NRW-Forstunternehmerverband vom 29. bis 31 Mai die ersten DLG-Waldtage. Und dafür muss eine komplette Infrastruktur im Grünen geschaffen werden. Das passiert zurzeit.

„Hier entsteht ein Dorf und noch herrscht hier die Ruhe vor dem Sturm. Aber kommende Woche ist hier im Vorfeld der Messe gar nichts mehr entspannt“, entschuldigt sich DLG-Projektleiter Dr. Reiner Hofmann schon jetzt bei den Madfelder Anwohnern. Ein paar Zahlen gefällig? Mehr als 150 Aussteller machen mit. Für eine Premiere war man vorsichtig von 100 ausgegangen. Das macht mindestens zwei Lkw pro Aussteller, die bei einspuriger Verkehrsführung ihre Waren und Gerätschaften ans Ziel bringen müssen. 10 000 Besucher werden auf dem 30 000 Quadratmeter großen Gelände erwartet. Für sie werden rund 15 Hektar Parkflächen geschaffen. 2500 Quadratmeter sogenannter Panzerplatten wurden auf dem zwei Kilometer langen Rundweg verlegt, damit der Waldtag-Wanderer selbst bei Regen trockenen Fußes von einem zum anderen der über 100 weißen Ausstellungszelte und Blockhäuser laufen kann. 500 Festmeter Holz werden in den Wald bzw. aufs Messegelände gekarrt, damit es bei Vorführungen von Sägen, Spaltern oder Brennern „brummen und scheppern“ kann, so Dr. Hofmann.

100 Kubik Hackschnitzel

Fünf Kilometer elektrischer Kabel wurden verlegt. 22 Stromgeneratoren sollen Saft erzeugen und 1000 Kubik Hackschnitzel wurden ausgelegt. Telekom und Co. haben große Funkmasten aufgestellt, damit der Wald den Anschluss ans weltweite Netz hat und auch dort problemloser Handy-Empfang besteht. Und auch wenn sich die Messe zwischen Fuchs und Fichte abspielt: Es gibt ein Kongress-Zelt, das bestuhlt knapp 300 Teilnehmer fasst und es gibt große Toilettencontainer sowie 30 bis 40 Dixieklos. Infrastruktur also bis ins Detail.

„Das wird keine langweilige Steh-Messe. Alles rund um Wald und Forst kann man hier in Aktion erleben“, verspricht Dr. Hofmann. Die Wahl sei in der Hoffnung auf Brilon gefallen, in einer Stadt mit 50 Quadratkilometern Wald inmitten hügeliger Landschaft doch auch eine ebene Waldfläche zu finden. Bingo!

Wenn die Resonanz so gut ausfällt wie erhofft, dann soll die Messe in Madfeld keine Eintagsfliege werden, sondern im Zwei-Jahres-Rhythmus auf dem „Prinzenknapp“ laufen. Dann aber vermutlich im Herbst - aus Rücksicht auf den Vogelschutz. Denn selbst im Vorfeld der Waldtage musste eigens ein Gutachten in Auftrag gegeben werden, ob eine solche Großveranstaltung aus naturschutzrechtlichen Gründen überhaupt vertretbar ist. Offensichtlich ist sie das. Dr. Hofmann: „Wir verlassen das Gelände so, wie wir es vorgefunden haben.“

Eingebettet in die Waldtage, die täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet sind, ist auch das Briloner Waldsymposium, das sich mit dem Spannungsfeld von wirtschaftlichen und ökologischen Interessen der Waldnutzung befasst. Neben vielen Vorführungen und Info-Ständen gibt es aber z.B. auch einen ökumenischen Gottesdienst. Forstamtsleiter Dr. Gerrit Bub und Bürgermeister Dr. Bartsch: „Die Messe soll nicht nur Forstfachleute, sondern wirklich alle Bürger ansprechen.“

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