Erster Gerichtstermin zum Oversum in Winterberg vertagt

Ralf Hermann
Das Oversum Vital Resort Winterberg.
Das Oversum Vital Resort Winterberg.
Foto: Ralf Hermann
Der Saal 106 im Landgericht Arnsberg war am Freitag ab 13.30 Uhr reserviert für die Vertreter und Juristen der Stadt Winterberg sowie der Eigentümerin des Oversum-Komplexes. Doch der Saal blieb leer, die Verhandlung über den Heimfall des linken Oversum-Gebäudeteils wurde vertagt.

Winterberg/Arnsberg.  Der Saal 106 im Landgericht Arnsberg war am Freitag ab 13.30 Uhr reserviert für die Vertreter und Juristen der Stadt Winterberg sowie der Aquasphere Winterberg GmbH, der Eigentümerin des Oversum-Komplexes. Doch der Saal blieb leer, die Verhandlung über den so genannten Heimfall des linken Oversum-Gebäudeteils mit Sportbad, Tourist-Info sowie Wellness- und Fitnessbereich an die Stadt Winterberg wurde vertagt.

Kurz und knapp teilte ein Mitarbeiter des Landgerichts mit, dass sich beide Seiten auf einen neuen Verhandlungstermin Anfang Februar verständigt hätten. So kurz und knapp scheint es in den Stunden davor allerdings nicht zugegangen zu sein zwischen den Parteien, die sich bisher u.a. gegenseitig vorwerfen, sich nicht an die vertraglich vereinbarten Bedingungen zu halten bzw. gehalten zu haben. Jedenfalls wurde noch am Vormittag nach mehreren Gesprächen in den vergangenen Monaten wieder kräftig verhandelt, das Ergebnis dieser Runde war offensichtlich so konkret, dass beide Seiten die außergerichtliche Einigung bevorzugen und daraufhin den Richter gebeten hatten, die Verhandlung zu vertagen.

Geschäftsführer Wolff vor Ort

Zumindest an der zuversichtlichen und zufriedenen Gestik und Mimik von Bürgermeister Werner Eickler war gestern abzulesen, dass es offensichtlich keine schlechte Verhandlungsrunde war. Alle Beteiligten hatten sich allerdings darauf verständigt, inhaltlich nichts zum Stand der Verhandlungen zu sagen.

So ließ sich Eickler auch nicht auf eine Prognose ein, ob die Ankündigung, weiter außergerichtlich zu verhandeln, auch auf eine schnelle Einigung sowie auf eine baldige Öffnung des seit Monaten geschlossenen Sportbades hindeutet. „Wir haben den ganzen Morgen verhandelt mit dem Ergebnis, dass beide Seiten den Richter darum gebeten haben, den Gerichtstermin zu vertagen. Hätte dies nur eine Seite gewollt, hätte sich der Richter nicht darauf eingelassen“, so Eickler gestern Nachmittag auf Nachfrage der Westfalenpost. Dass die Verhandlungen offensichtlich an Tempo zunehmen, verdeutlicht auch die Tatsache, dass Werner Eickler weitere Verhandlungen vor Weihnachten und wahrscheinlich auch zwischen den Jahren ankündigte. „Wir haben immer auf Gespräche und auf eine außergerichtliche Lösung gesetzt. Dies tun wir auch weiter. Weitere Auskünfte kann ich nicht geben.“ Überrascht zeigte sich der Bürgermeister darüber, dass erstmals auch der Geschäftsführer der Aquasphere Winterberg GmbH, Manfred Wolff aus Singapur, vor Ort war. Bislang war er persönlich noch nicht in Erscheinung getreten.

Image-Problem

Mit Blick auf die eher triste Wetter- und Schneelage kurz vor der weihnachtlichen Hochsaison ist der Oversum-Konflikt mittlerweile auch nicht ganz unwesentlich für das Image der Stadt. Schließlich ist die Buchungslage sehr gut, die Gäste werden sich, sofern kein Wintersport möglich ist, aber eine Alternative wünschen. Ein geschlossenes Sportbad im Zentrum des Kurparks macht da keinen guten Eindruck.

In Sachen Finanzen betont die Stadt in ihrer Antwort auf eine entsprechende Anfrage der Westfalenpost, dass sie ihre vertraglichen Zahlungsverpflichtungen in Bezug auf den Bäderbereich wie alle anderen Verpflichtungen auch einhält. Dies bedeute, dass die Stadt die Finanzierungsbeteiligung von rund 650 000 Euro pro Jahr erfülle. Diese Summe sei auch immer in allen Bürgerversammlungen genannt worden.

Zudem sei zurzeit einer der zwei verbliebenen Bademeister gegen Kostenerstattung an eine Nachbarstadt „ausgeliehen“. Der andere Bademeister sei seit der Betriebsschließung des Bades damit betraut, die Überwachungs- und Grundfunktionen im Bäderbereich sicherzustellen, was zwingend notwendig sei, um die technischen Anlagen im Bäderbereich funktionsfähig zu halten. Des Weiteren übernimmt er derzeit Aufgaben in der Winterberg Touristik und Wirtschaft GmbH, so die Stadt Winterberg in ihrer Antwort weiter.