Erdbeermilch oder Kakao vom Bauern in Brilon zapfen

Die Rohmilch kann auf Wunsch mit Kakao-, Vanille- oder Erdbeerpulver ergänzt werden. Entsprechende Flaschen stehen bereit.
Die Rohmilch kann auf Wunsch mit Kakao-, Vanille- oder Erdbeerpulver ergänzt werden. Entsprechende Flaschen stehen bereit.
Foto: Westfalenpost
  • Erster Rohmilchautomat im Altkreis Brilon
  • Auf Wunsch direkt mit Kakao-, Erdbeer- oder Vanillepulver
  • Kontrollen zum Qualitäts- und Gesundheitsschutz

Alme.  Rohmilch kann dort ganz einfach und eigenständig abgefüllt werden. Im Altkreis Brilon ist es der erste Milchautomat. Laut Veterinäramt gab es im HSK bislang nur solche Automaten in Arnsberg und Sundern.

So gehts: Natur-, Kakao-, Vanille- oder Erdbeermilch

Sauerländer und Gäste in der Region können am Seilerhof rund um die Uhr unbehandelte Milch abfüllen – auch an Sonn- und Feiertagen. Frei zugänglich steht der Milchautomat auf dem Hof. Eine Beschreibung der Funktionen ist am Automaten angebracht. Aber das System ist einfach: Geld einwerfen, ein Gefäß unter den Automaten stellen, Start-Knopf drücken und die Milch abfüllen. Danach den Stopp-Knopf nicht vergessen, sonst läuft die Milch über. Ganz wichtig beim Abfüllen: „Die Flaschen müssen immer schräg gehalten werden“, sagt Michael Tacken, Sohn des Inhabers. Sonst schäume die Milch schnell und liefe über. Das Besondere am Milchautomaten: Die Milch kann auf Wunsch direkt mit Kakao-, Erdbeer- oder Vanillepulver ergänzt werden. Entsprechende Flaschen stehen in einem Flaschenautomaten bereit.

Von der Idee zum Milchautomaten

Die Idee, einen Milchautomaten einzusetzen, kam Landwirt Jürgen Tacken im vergangenen November auf einer Ausstellung der Agritechnica in Hannover. Er war sofort begeistert und überzeugte die Familie. In diesem Frühjahr begann die Umsetzung und seit Mitte Juli ist der Automat betriebsbereit. „Wir wollten offiziell eröffnen“, sagt Reinhild Tacken lächelnd, doch bereits am ersten Tag seien so viele Bekannte vorbeigekommen, da schien eine Eröffnungsfeier überflüssig.

Im Großen und Ganzen sei der Automat bisher gut angekommen, so Jürgen Tacken. Viele, zum Teil auch junge Menschen aus der Umgebung, nehmen das Angebot an. Und tatsächlich: Gerade als die Familie den Automaten draußen näher erklären möchte, sind zwei Kunden aus Thülen vor Ort und zapfen einen Liter Milch. Den bekommen sie für einen Euro.

Wie viele Kunden täglich vorbeikommen, sei nicht bestimmbar. Viele Menschen fahren auf den Hof, bedienen den Automaten in Eigenregie und fahren wieder ab.

Welche Technik steckt dahinter?

Der Milchautomat verspricht frische gekühlte Milch: Insgesamt fasst der Behälter, der je nach Nachfrage befüllt wird, 400 Liter. Gekühlt auf 3 Grad Celsius bleibt die Milch nicht länger als zwei Tage im Automaten. Alle 30 Minuten wird sie durchgerührt, um das Absetzen von Fett zu verhindern. So bietet der Automat jedem Kunden die gleiche Qualität.

Mindestens dreimal pro Monat überprüft die Molkerei den Keimgehalt der Milch. Zusätzlich lässt die Familie Tacken ihre Milch einmal monatlich durch einen Milchkontrolleur überprüfen. Nach jedem Zapfen spült die Maschine die Ausgabestelle aus. Reste der übergelaufenen Milch werden somit sofort beseitigt. Am Hof stehen 0,5- und 1-Liter-Flaschen aus Plastik und Glas zur Verfügung. Kunden können aber auch eigene Gefäße mitbringen.

Ein Familienunternehmen mit Geschichte

Der Seilerhof ist ein Familienunternehmen. Bereits 1922 nahmen Franz und Maria Kaup den landwirtschaftlichen Betrieb auf, der heute in den Händen der Familie Tacken liegt. Rund 120 Hektar bewirtschaftet sie. Zum Hof gehören 250 Tieren, darunter 100 Kühe. Für sie steht ausschließlich gentechnikfreies Futter auf dem Plan. Seit 2013 gehört dem Hof auch der Agrarservice Tacken an, geleitet von Alexander Tacken.

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