„Endlich gibt’s Verlässlichkeit für die Eltern“

Die Schullandschaft wird sich durch die Sekundarschule verändern.
Die Schullandschaft wird sich durch die Sekundarschule verändern.
Foto: dapd

Altkreis.. (sf) Endlich eine Einigung: „Sekundarschule“ heißt die neue Schulform, die ab dem Schuljahr 2012/13 auch bei uns eingeführt werden kann: „Endlich gibt’s Verlässlichkeit für die Eltern“, freut sich Olsbergs Bürgermeister Wolfgang Fischer (CDU). Heißer Kandidat für eine Sekundarschule schon ab dem Schuljahr 2011/12 ist seine Stadt.

In Brilon und Winterberg-Siedlinghausen werden nach den Sommerferien indes zwei Verbundschulen ihre Arbeit aufnehmen. Die neue Leitlinie sieht aber nicht vor, dass weitere gegründet werden. Ob auf Dauer alles in Sekundarschulen umgewandelt wird oder ob sich neue gründen, das bleibt den Kommunen überlassen.

Pädagogisches Konzept für Olsberg in Arbeit

Der Olsberger Rat will eine neue Schulform ab dem Schuljahr 2012/13 und hat damit „alles richtig gemacht“, freut sich Fischer. Seit Ende 2010 läuft das Interessenbekundungsverfahren für die „Gemeinschaftsschule“, die jetzt in der neuen Schulform „Sekundarschule“ aufgehen soll. Fieberhaft haben die Schulleiter von Real- und Hauptschule Olsberg, Michael Aufmkolk und Ingelore Kügler, in den vergangenen Wochen ein pädagogisches Konzept erstellt. Dieses will die Stadt den Eltern der jetzigen Zweit- und Drittklässler direkt nach den Sommerferien vorstellen, bevor die Befragung startet.

Denn: Bis dato ist nicht entschieden, ob es eine Verbund- oder Gemeinschaftsschule geben soll. „Dafür haben wir die Ratssitzung am 6. Oktober vorgesehen“, so Fischer. Aufgrund der neuen Leitlinie sei aber wohl die Verbundschule vom Tisch. Die SPD hat gestern einen Antrag an Fischer geschickt, den Prozess auf die Einrichtung einer Sekundarschule abzustimmen.

„Wir müssen mit Blick auf die Demographie kreisweit denken“, fordert Fischer, der froh ist, das seine Partei eingelenkt hat: „Bis dato hat sich die Landes-CDU in der Schulpolitik bescheiden verkauft.“ Auch CDU-MdL Hubert Kleff ist zufrieden mit der neuen Leitlinie, die noch zum Gesetz werden muss: „Es ist unser Schulmodell, das sich in diesem Schulkonsens widerspiegelt.“ Wichtig war der CDU vor allem, dass sich nicht die pure Gemeinschaftsschule, ein Kind der SPD, durchsetzt.

Gut laufende Hauptschulen bleiben bestehen. Ob auf Dauer Schultypen verschwinden, das wird die Praxis zeigen. Die Sekundarschule biete selbst keine Oberstufe an, betont Kleff: „Das stärkt die Gymnasien im Land.“ In den Klassen kann mit starken und schwachen Schülern integrativ, teil-integrativ oder kooperativ (mit getrennten Bildungsgängen) gearbeitet werden. Das Olsberger Modell etwa sieht vor, dass Schüler spätestens Ende der Klasse 8 entscheiden, ob sie den Realschul- oder den Hauptschulabschluss (auch mit Qualifikation für das Gymnasium) wollen.

Verbundschul-Rektor
zeigt sich selbstbewusst

„Wir sind sehr gut aufgestellt, weil wir bereits eine Art Sekundarschule sind“, ist Uwe Kruse, Direktor der Verbundschule Medebach-Hallenberg, selbstbewusst. In bestimmten Fächern werde bereits gemeinsam gelernt, halbjährlich gebe es Gespräche, in welchem Schulzweig jeder Schüler gut aufgehoben ist. Dies gelte ebenfalls bis Ende der Klasse 8. Und: „Auch alle angestrebten Abschlüsse bieten wir an.“

Dies ist ein kleiner Trost für all jene, die Anfang 2010 im Briloner Rat für eine „Gemeinschaftsschule“ waren. Mit 20:19 ging die Verbundschule durch. Damals ging es noch um ein Modell als Alternative. Die „Sekundarschule“ ist im Gegenzug eine von allen Parteien gewollte Schulform.

 
 

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