Einkaufsmarkt und Anlaufstelle

Konsum Elleringhausen schließt zum Jahresende 2014
Konsum Elleringhausen schließt zum Jahresende 2014
Foto: WP
Der Konsum Elleringhausen schließt zum Jahresende. Am 27. Dezember ist letzter Verkaufstag. Viele treue Stammkunden sind darüber sehr traurig.

Elleringhausen..  Vom Brötchen über Obst, Gemüse, Käse, Wurst , Joghurt, Kaffee und Konserven bis hin zu Geschenkpapier und Fliegenklatsche - im Konsum in Elleringhausen gab es viele Jahre praktisch alles, was man für den täglichen Bedarf so braucht. Doch zum Jahresende gibt die langjährige Inhaberin Gabi Schmidt das Geschäft auf. Am heutigen Samstag ist letzter Verkaufstag.

28 Jahre lang hat Gabi Schmidt das Lebensmittelgeschäft in der Ortsmitte in Elleringhausen mit viel Herzblut und großem Engagement geführt. „Die Arbeit hat mir immer sehr viel Spaß gemacht und ich hätte gerne noch bis zu meiner Rente weitergemacht. Doch ich habe mich jetzt schweren Herzens entschlossen, aufzuhören“, erzählt die 57-Jährige.

Sie rechnet vor, dass es im Ort rund 450 Haushalte gibt, von denen etwa 150 bei ihr einkaufen - die einen mehr, die anderen weniger. „Das sind also 300 Haushalte, die gar nicht kommen“, so ihre Einschätzung. Und das mache es natürlich schwierig, ein solches Geschäft wirtschaftlich zu betreiben. Hinzu komme, dass ab Januar der Mindestlohn gilt, was wiederum höhere Personalkosten mit sich bringen würde.

Nahversorgung

„Viele Stammkunden sind sehr traurig, dass wir schließen. Gerade für die älteren, treuen Kunden ist es ein Problem, wenn im Ort kein Lebensmittelgeschäft mehr ist“, erzählt Gabi Schmidt. Schließlich gab es für sie sogar einen ganz besonderen Service: Sie konnten anrufen, ihre Bestellung durchgeben und bekamen ihren Einkauf jeden Freitag nach Hause geliefert.

Für viele war das Geschäft aber auch eine wichtige Anlaufstelle, ein Ort, an dem man auch mal ein Schwätzchen halten und Neuigkeiten austauschen konnte, berichten die Konsum-Mitarbeiterinnen. Christiane Wiegelmann arbeitet seit drei Jahren, Heike Keuthen seit fünf Jahren in dem Lebensmittel-Laden. Andrea Hömberg ist schon seit 16 und Ursula Körner seit 24 Jahren mit dabei.

Anlaufstelle war der Konsum auch immer für viele Rothaarsteig-Wanderer, die sich hier mit Verpflegung versorgt haben. Und natürlich für die Feriengäste, die in dem Dorfladen Zeitungen, Brötchen und viele Dinge bekommen konnten, die man als Selbstversorger in einer Ferienwohnung braucht. Und im Sommer kamen natürlich immer viele Kinder aus dem Ferienlager, um Süßigkeiten und Getränke zu kaufen. Außerdem war es für viele Elleringhauser praktisch, mal „eben über die Straße zu flitzen, wenn sie etwas brauchten,“ erzählen die Mitarbeiterinnen. Sie berichten, dass es früher sogar mal drei Lebensmittelläden in Elleringhausen gab.

„Wenn man das alles mal berücksichtigt, verschwindet hier ganz viel Lebensqualität“, bringt es Gabi Schmidt auf den Punkt - zumal das Geschäft von Montag bis Samstag täglich geöffnet war. Sehr gut gelaufen ist, so die Konsum-Inhaberin, die Käse- und Wursttheke und der gesamte Frischebereiche. Die Auswahl war mit 17 Sorten Käse und 20 Sorten für ein kleines Geschäft beachtlich.

Mit der Schließung des Konsums geht eine Ära zu Ende: Nach 97 Jahren soll die Coop Konsumgenossenschaft Elleringhausen, die älteste in ganz NRW, am 29. Dezember aufgelöst werden. Konsum-Vorstand Klaus Rüther teilt dazu mit, dass die Immobilie bereits verkauf worden ist. Auch er bedauert es sehr, dass das Geschäft schließen muss, doch die Bürger hätten „mit ihren Füßen abgestimmt“ und das Angebot vor Ort einfach nicht genug genutzt. Für die Attraktivität und Entwicklung Elleringhausens sei die Schließung des Konsums ein herber Verlust, so Rüther.

Gebäude ist verkauft

Deutlich macht dies schon seit längerer Zeit - mit Verweis auf die Bertelsmann Demografie-Studie - auch ein knallgelbes Schild an dem Geschäftsgebäude: „Elleringhausens Zukunft wird durch uns alle bestimmt. 15 Prozent weniger Einwohner, 15 Prozent leer stehende Häuser, 40 Prozent Wertverlust der Immobilien. So wird es in zehn Jahren in Elleringhausen sein, wenn wir keinen Konsum, Bäcker, Friseur, Baugeschäft, Gastwirtschaften, Handel und Handwerk mehr haben. Elleringhauser stoppt diesen Trend.“ Doch was den Konsum betrifft, ist es dafür nun zu spät.

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