Eine Wiedereröffnung wäre unsinnig

Freibad..  Ich arbeitete seit dem 1. Mai 1966 als Bademeister für das Freibad. Ich kenne das Freibad noch, wie es 1936 gebaut wurde. Alle Umbauten habe ich mit begleitet. Eine Wiedereröffnung wäre in vielerlei Hinsicht unsinnig.


Auch ohne die Überprüfung einer Fachfirma kann ich beurteilen, dass das gesamte Heizsystem marode ist. Die Stahlrohre stammen von 1972 und wurden damals in Betonschächte gelegt, die wiederum mit Beton geschlossen wurden. An diese Rohre kommt man nicht mehr heran. Ständige Rohrbrüche haben immer wieder Wasser in das Dämmmaterial eindringen und die Rohre schwer rosten lassen. Sie waren bis zuletzt eine tickende Zeitbombe. Eine Erneuerung der Chlorgasanlage wäre zudem unabdingbar.
Zu Beginn meiner Dienstzeit waren die Besucherzahlen noch äußerst erfreulich. In den 60er- und 70er-Jahren kamen an Spitzentagen bis zu 3500 Besucher. Leider war es in Winterberg jedoch schon immer so, dass es im Jahr maximal 5-7 Spitzentage gab. In den letzten Jahren kam das Freibad an diesen Spitzentagen nur noch auf maximal 800 Besucher. Rechnet man das auf die gesamten Betriebstage um, gab es im Schnitt nur ca. 30 Besucher am Tag. Für diese 30 Besucher wurden am Tag bis zu 1000 Kubikmeter Gas für die Heizanlage verbraucht.


Auch ich finde es schade, dass das Freibad schließen musste. Doch leider wurde es schon lange von der Winterberger Bevölkerung nicht mehr wirklich angenommen und besucht. Von den über 1000 Unterstützern der Online-Petition habe ich nur ca. 5% in den vergangenen Jahren gesehen. Und das auch nur an Spitzentagen.
Denkt man über eine Wiedereröffnung nach, muss man sich auch bewusst sein, dass neues Personal her muss. Haben wir früher teilweise stündlich bei schlechtem Wetter das Freibad geschlossen und sind ins Hallenbad gegangen, so ist das heute nicht mehr möglich. Die Distanz vom Kurpark zum Schneil ist zu weit, sowohl für das Personal, als auch für die Besucher.


Die nun angestrebte Lösung im Kurpark ist meiner Meinung nach ideal. Auch hier wird es je nach Wetterlage wieder möglich sein, die Fensterfront zu öffnen oder zu schließen, so dass man sowohl dem Schwimmer als auch dem Sonnenanbeter gerecht wird.



Ludger Wahle, ehem. Schwimmmeister des Hallen- und Freibades Winterberg

 
 

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