Eine Region im Rennfieber

Hans-Georg Hengsbach hat an der dänischen Küste einen Bob aus Sand gebaut.
Hans-Georg Hengsbach hat an der dänischen Küste einen Bob aus Sand gebaut.
Foto: WP
In Südwestfalen grassiert das Rennfieber: Am kommenden Samstag (6.September 2014) startet um 11 Uhr die Streetbob-WM der Westfalenpost in Winterberg. 21 Teams aus der Region sind mit dabei.

Winterberg.. Die Streetbob-WM der WESTFALENPOST verfolgt unsere Leser bis in die Urlaubsparadiese des Kontinents: „Auf angenehme Art und Weise“, wie Karin Hengsbach aus Olsberg auf Nachfrage mitteilt.

Ihr Mann habe bei den Söhnen Jan (20) und Jonas (22) aber auch etwas gut zu machen, übt sich die 53-Jährige in Ironie und verweist auf den „Bauherrn“, auf Hans-Georg Hengsbach, der den Strandabschnitt im dänischen Hvide Sande in einen imaginären Bob-Parcours verwandelt hatte.

Zwei Tage lang baute der Urlauber aus dem Sauerland Anfang August an seinem Gefährt und schickte das Foto (siehe oben) vom Sand-Bob seinen Söhnen in die Heimat. Wochen zuvor hatte der 60-Jährige seine „Kinder“ überredet, an der am 6. September 2014 in Winterberg stattfindenden Streetbob-WM teilzunehmen.

„Mittlerweile“, so Karin Hengsbach „sind unsere Söhne Feuer und Flamme.“ Sie bereiteten sich intensiv auf das Seifenkistenrennen vor. Die mit Rasta-Locken verzierten Helme des Olsberger „Bob-Marley“-Teams lägen bereit.

„Bob-Cops“ in Menden geblitzt

Insgesamt starten am kommenden Samstag 21 Zweier-Teams aus elf südwestfälischen Städten in Winterberg. Darunter Formationen mit zum Fürchten anmutenden Namen wie die „Lenne Dragonfighter“ oder die „Asten-Lawine“. Mit dabei auch das „Best-Car-Wash-Team“ aus Hagen und eine orangefarbene Seifenkiste aus Herdecke, die die Wölflinge vom Pfadfinderstamm St. Urban Ende-Syburg mit Wolfschnauze verziert haben. Aus Arnsberg sind gleich drei Teams am start, aus Brilon und und und ...

Natürlich soll am kommenden Samstag der Spaß an erster Stelle stehen. Dass die südwestfälischen Piloten sowie deren Mechaniker und Begleiter die Weltmeisterschaft in Winterberg ernst nehmen, zeigen die Vorbereitungen: Das Team der Polizeiwache Menden, die „Bob-Cops“, haben sich während ihrer Testfahrten gar von einem Kollegen blitzen lassen. Mit welcher Geschwindigkeit? Das wollten die Beamten nicht verraten. Sie setzen auf das Überraschungsmoment...

Der Inklusions-Bob „Metallblitz“

Dass bei der Streetbob-WM Inklusion selbstverständlich ist, das demonstriert die Seifenkiste aus Wetter-Volmar­stein: Mitarbeiter der Metallgruppe in der Werkstatt für behinderte Menschen haben den Metallblitz gebaut. Die Kiste wird von der stellvertretenden Bürgermeisterin Kirsten Stich gelenkt. Begleitet wird der Metallblitz von Behinderten in E-Rollstühlen, die als Safety-Cars mit dabei sind.

Eingebettet ist die Streetbob-Weltmeisterschaft in das Winterberger Stadtfestival, das am Samstag und Sonntag stattfindet und ein großes Rahmenprogramm bietet (siehe Text unten).

Wer von weit her anreist oder sich ein „verlängertes Wochenende“ gönnen möchte, dem verspricht Michael Beckmann von der Winterberg Touristik ein Bett und die Gastfreundschaft der Sauerländer. In den 480 Übernachtungsbetrieben in und rund um Winterberg seien noch viele der 8000 Betten frei.

(K)ein Blick in die Kugel

Bleibt zu hoffen, dass der Spätsommer seinem Namen Ehre macht. Laut Wetter.com stehen die Chance für einen sonnigen Tag nicht schlecht. Gerhard Kappe, Wetterbeobachter am Kahlen Asten, bleibt da sauerländisch reserviert: „Das wird so oder so ein Spaß, aber eine Woche im Voraus gucke ich für Sie nicht in die Kugel . . .“

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