Einblick in die deutsche Geschichte

Wewelsburg..  Eine öffentliche Führung durch die Dauerausstellung „Ideologie und Terror der SS“ findet am Sonntag, 11. Januar, auf der Wewelsburg statt. Treffpunkt ist um 15 Uhr das Eingangsfoyer der Erinnerungs- und Gedenkstätte. Der rund zweistündige Rundgang führt durch die historischen Räume im ehemaligen Wachgebäude, in denen die Ausstellung auf 850 Quadratmetern die lokale Geschichte der SS in Wewelsburg und des hiesigen Konzentrationslagers in eine Gesamtdarstellung der Schutzstaffel einbettet.

Die Gedenkstättenpädagogen führen die Besucher an diesem Nachmittag auch zum beeindruckenden Weinkeller der Wewelsburg. Während des Krieges errichteten die Häftlinge des KZ Niederhagen diesen turmartig gestalteten Raum unter der Nordterrasse der Burg. Tonröhren deuten auf eine Nutzung als Weinkeller hin.

Wein- und Spirituosenvorräte gehörten zu den Grundlagen der Kameradschaftspflege, die oft in Räumlichkeiten wie der „Burgschänke“ durchgeführt wurden. Jedoch gehörten diese alkoholische Vorräte auch zum Klischeebild einer Burg der „SS-Gruppenführer“, als welche die Wewelsburg fungieren sollte. Während der Plünderung der Wewelsburg, nach der Sprengung am 31. März 1945, wurden große Mengen Wein und Sekt im Keller des Südwestturms vorgefunden.

Ausstellung in der Wewelsburg

Vom Weinkeller steigen die Besucher anschließend hinauf in den Schlossgraben der Burg. Von dort aus können die erhaltenen SS-Räume „Gruft“ und „Obergruppenführersaal“ besichtigt werden.

Sowohl die ideologischen Grundlagen der Schutzstaffel als auch deren radikale und verbrecherische Konsequenzen werden in der Dauerausstellung in der Wewelsburg thematisiert, ebenso das Leben und Leiden der Opfer der SS-Gewalt am lokalen Beispiel des KZ Niederhagen-Wewelsburg.

Inhaltlich endet die Dauerausstellung nicht 1945, sondern beleuchtet u.a. die Aufarbeitung des SS-Terrors nach dem Krieg, die heutige Rezeption des historischen Ortes Wewelsburg und das Nachkriegsleben von Tätern und Opfern.

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