Ein schillernder Varieté-Abend im Oversum Winterberg

Sparkassen-Direktor Konrad Lenze übergab den Spendenscheck über 2500 Euro.
Sparkassen-Direktor Konrad Lenze übergab den Spendenscheck über 2500 Euro.
Foto: Karlheinz Tielke
Christoph Brüske weiß, wie ein Varieté-Publikum zu begeistern ist. Der Moderator begrüßte am Sonntagabend die 500 Gäste gut gelaunt in der ausverkauften „Werner Eickler-Arena“ - wie er den Saal im Oversum nannte - zur „2. WinterzauberEi“ im Vital Resort Winterberg und entführte diese in einem knapp dreistündigen Programm in die Welt der Musik, Comedy, Clownerie und Akrobatik.

Winterberg..  Christoph Brüske weiß, wie ein Varieté-Publikum zu begeistern ist. Der Moderator begrüßte am Sonntagabend die 500 Gäste gut gelaunt in der ausverkauften „Werner Eickler-Arena“ - wie er den Saal im Oversum nannte - zur „2. WinterzauberEi“ im Vital Resort Winterberg und entführte diese in einem knapp dreistündigen Programm in die Welt der Musik, Comedy, Clownerie und Akrobatik.

Präsentiert insbesondere von der Sparkasse Hochsauerland führte Christoph Brüske mit viel Witz und Rückblicken auf das regionale und weltpolitische Geschehen durch das Programm. So waren nicht nur die Papstwahl, die Schlecker-Insolvenz, die große Koalition und der Bischof von Limburg ein Thema, sondern auch das geschlossene Bad des Veranstalters. Als Bischof Tebartz-van Elst widmete der Moderator einen ganzen Programmpunkt diesem Thema.

Inspiration der Sinne

Den musikalischen Anfang des Abends machte Freddy Sahin Scholl, der Gewinner des Supertalentes aus 2010. Er besitzt weltweit die einzigartige Fähigkeit dank seiner Bariton- und Sopran-Stimme mit sich selbst im Duett singen zu können. So entfaltete dieser Sänger mit seiner atmosphärischen Musik vor seinem überraschten und gerührten Publikum eine unverhoffte Inspiration der Sinne.

Im Anschluss nahm der Wallclown das Publikum mit in eine Welt der verdrehten Perspektive und machte dieses zum lachenden und staunenden Komplizen. Bei zwei gleichzeitig existierenden Realitäten kam es zu einem faszinierenden Wechselspiel. Einerseits das Bühnenbild und der Künstler und andererseits eine täuschend echte, verdrehte Live-Projektion seiner Arbeit, in der Schwerkraft und Figur offensichtlich die Orientierung verloren. Insgesamt drei Mal konnte sich das Publikum von seiner visuellen Comedy begeistern lassen.

Dann hatte Antje Pode, die Artistin aus Frankfurt, den ersten ihrer zwei Auftritte. Mit Antipodenspielen, bei denen sie mit den Füßen Koffer und Taschen jonglierte und diese fast schwerelos zum Takt der Musik über ihre Füße schweben ließ, löste sie eine magische Atmosphäre aus. Bei ihrem zweiten Auftritt nach der Pause entführte sie das Publikum anmutig und atemberaubend in eine Welt der Vertikalseilartistik. Ein Tanz an einem Seil, welches aus 100 dünnen Fäden besteht, wurde zum besonderen Nervenkitzel für die Gäste, als sie aus luftiger Höhe in die Tiefe stürzte und sich kurz vor dem Boden sicher am seidenen Faden fing.

Spindeldürrer Charmeur

Vor der Pause hatte dann das Klappstuhlorchester den ersten von zwei Auftritten. Die sechs Musiker kombinierten artistische Meisterleistung und zwerchfellerschütternde Comedy mit dem zeitlosen Gypsy-Sound der 20er Jahre. Vor allem die Nähe zum Publikum, indem diese bei der Zugabe „Bocksprung des Todes“ in die Show mit einbezogen wurden, kam bei den Gästen sehr gut an. Auch die im zweiten Teil von Malte und Nils vorgeführte Lichtjonglage war ein besonderes Erlebnis für die Sinne. Temporeich, originell und unterhaltsam verbandelten die beiden Künstler Jonglage und Musik zu einem großen Ganzen.

Nachdem sich die Gäste in der Pause bei Häppchen und kühlen Getränken gestärkt hatten, ging das Programm genauso spektakulär weiter wie es vor der Pause aufgehört hatte. Mit Gabor Vosteen, dem Clown aus Ungarn, kam es zu einem weiteren Höhepunkt. Der spindeldürre Charmeur (wie er sich selbst bezeichnet) mit der explodierten Frisur, verführte das Publikum mit dem für ihn schönsten Instrument der Welt: der Blockflöte mit feinen Melodien und visueller Komik in seinen ganz eigenen Kosmos voller Verspieltheit. Er erntete dafür sehr viel Applaus. Ohne Worte, doch dafür mit bis zu fünf Blockflöten gleichzeitig, begeisterte der Musikclown die Zuschauer für seine Leidenschaft.

Die 500 Gäste erlebten somit einen schillernden Varieté-Abend mit erstklassigen Künstlerinnen und Künstlern, die ein abendfüllendes und kurzweiliges Programm mit Musik, Comedy, Akrobatik und Zauberei boten. Und auch, wenn bedingt durch die eher milden Temperaturen, die zauberhafte Winterlandschaft in Winterberg zurzeit ausbleibt, so haben es wenigstens diese Künstler bewirkt, eine zauberhafte Atmosphäre im Winter im „Ei“ zu schaffen.

 
 

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