Drei weiterführende Schulstandorte sollen schließen

Unzählige Schülergenerationen haben sich auf den Schulmauern verewigt. Jetzt soll unter anderem auch der Schulstandort in Hallenberg geschlossen werden, weil die Anmeldezahlen nicht mehr ausreichen.
Unzählige Schülergenerationen haben sich auf den Schulmauern verewigt. Jetzt soll unter anderem auch der Schulstandort in Hallenberg geschlossen werden, weil die Anmeldezahlen nicht mehr ausreichen.
Foto: Rita Maurer
Gymnasium Medebach sowie Verbundschulstandorte in Hallenberg und Siedlinghausen betroffen. Bezirksregierung rät zur Umwandlung in Sekundarschule.

Hallenberg/Medebach/Winterberg.  Die Schulstandorte der Verbundschulen in Hallenberg und Siedlinghausen sowie des Gymnasiums in Medebach sollen auf Anraten der Bezirksregierung Arnsberg geschlossen werden. Das bestätigten die drei Kommunen der WP auf Nachfrage. Grund sind die sinkenden Anmeldezahlen, die den Bestand von drei selbstständigen weiterführenden Schulen mit insgesamt sechs Standorten dauerhaft gefährden. Denn die Geburtenstatistiken zeigen auch in Zukunft keine Trendwende. Hallenberg und Siedlinghausen wären somit erstmals in ihrer Geschichte ohne weiterführende Schulen.

Stadträte treffen Entscheidung

Die endgültige Entscheidung über die Schließungen und den genauen Zeitpunkt von eventuellen Umstrukturierungen liegt nun bei den drei Stadträten. Die Bezirksregierung hat den Ratsmitgliedern bereits verschiedene Lösungsmodelle vorgestellt und dabei ein Konzept mit zwei weiterführenden Schulen an drei Standorten empfohlen.

Dieses Konzept sieht für die Zukunft das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Winterberg sowie eine Umwandlung der beiden Verbundschulen in eine Sekundarschule mit Hauptstandort in Medebach sowie einem Teilstandort in Winterberg vor. An beiden Standorten sollen die Schüler von der Klasse 5 bis zur Klasse 10 ohne Wechsel unterrichtet werden.

Hintergrund für den empfohlenen Zusammenschluss der beiden Verbundschulen zu einer Sekundarschule ist das Schuländerungsgesetz. Dieses gibt seit 2011vor, dass Verbundschulen ab dem 1. August 2020 generell als Sekundarschulen zu führen sind. Sie müssen zudem eine gesetzlich vorgeschriebene Mindestgröße von 60 Schülern in drei Eingangsklassen erreichen.

Ein einfaches Rechenbeispiel macht die hieraus entstehende Problematik deutlich: Die Geburtenentwicklung weist sowohl für Winterberg als auch zusammengerechnet für Medebach und Hallenberg eine Anzahl von jeweils knapp 100 Kindern in den letzten Jahren auf. Erfahrungsgemäß gehen davon 50 bis 60 Prozent zum Gymnasium. Von den verbleibenden knapp 40 Kindern wandern zusätzlich im Raum Medebach und Hallenberg noch einige Kinder auf Schulen im benachbarten Hessen ab.

Insgesamt verbleiben also deutlich zu wenig Schüler, um die gesetzlich geforderten Mindestgrößen an beiden bisherigen Verbundschulen zu gewährleisten. Spätestens 2020 würde somit eine Zusammenlegung per Gesetz ohne Mitgestaltungsrecht erfolgen.

Frühestens ab Schuljahr 2017/18

Anfang Juli werden die Stadträte der drei Kommunen in einer gemeinsamen Sitzung über das weitere Vorgehen abstimmen und eine abschließende Entscheidung treffen. Auch über eventuelle Umbaumaßnahmen oder Verwendungsalternativen der vakant werdenden drei Schulgebäude muss erst noch beraten werden. Inwiefern Arbeitsplätze betroffen sind, entscheide sich auch erst, wenn nach dem Ratsbeschluss die Detailgespräche aufgenommen werden könnten, erklärte Pressesprecher Christoph Söbbeler von der Bezirsregierung. Mindestens ein Jahr sollen die bisherigen Schulformen jedoch erhalten bleiben, so dass sich für die ab Sommer angemeldeten Schülerinnen und Schüler erst einmal noch nichts ändert.

 
 

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