Der Rad-Tourismus kommt in Gang

Foto: Ralf Hermann
Foto: Ralf Hermann
Foto: Ralf Hermann
Es wird langsam kalt in der Ferienwelt Winterberg. Wer sich jetzt noch auf sein Rennrad oder Mountainbike schwingt, der braucht schon warme Kleidung, um auf dem Sattel halbwegs wohlig über die Runden zu kommen. Zeit also auch für die Touristiker, einen Strich unter die Saison zu ziehen und auch einen Blick auf das kommende Jahr zu werfen.

Winterberg.. Da sind zunächst die nackten Zahlen: Rund 180 000 Übernachtungen haben nach Angaben der Ferienwelt die Fahrrad-Urlauber in dieser Saison gebucht, zudem machten sich rund 350 000 Tagesgäste mitsamt Zweirad auf den Weg ins Hochsauerland. Alles Ergebnisse von Befragungen, die die Touristiker durchgeführt haben. „Das macht eine Wertschöpfung von rund 20 Millionen Euro und sichert rund 940 Arbeitsplätze“, sagt Tourismus-Direktor Michael Beckmann und bezieht sich bei diesen Größen auf Berechnungsmodelle in der Grundlagenstudie des Deutschen Tourismusverbandes (DTV).

Und wer profitiert eigentlich am meisten von den Urlaubern und Tagesgästen mit Hang zum Zweirad? „Eindeutig die Gastronomie“, weiß Michael Beckmann. „Da kommen wir auf einen Wert von 45 Prozent. Aber auch der Einzelhandel mit 25 Prozent sowie die Übernachtungsbetriebe mit rund 17 Prozent schneiden nicht schlecht ab. Wir können dies so konkret sagen, weil wir uns bei diesen Werten auf eine bundesweite Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie stützen können.“

Nimmt man es sportlich, landet der Radtourismus in der Ferienwelt mit diesen Zahlen auf dem Treppchen, hinter den Themen Wandern und Wintersport. Für Beckmann ein Indiz dafür, dass das Gesamtkonzept aus der Komponente Landschaft verbunden mit einem qualitativ hochwertigem Streckennetz, zertifizierten Übernachtungsbetrieben und dem zumindest europaweit bekannten Bikepark Winterberg zieht.

Ein weiteres Zugpferd auf zwei Rädern ist die Flotte der E-Bikes, die sich die Ferienwelt vor zwei Jahren zugelegt hat. Mittlerweile sind diese Räder, die den Radfahrer auf Knopfdruck mehr oder weniger stark beim Treten in die Pedale unterstützen, voll im Trend. „Da haben wir als erste Region in Deutschland ein Zeichen gesetzt und dürfen uns jetzt über die Früchte unserer Arbeit freuen, weil die Verleihzahlen deutlich steigen und es auch für weniger sportliche Menschen nun lohnt, ins Hochsauerland zum Radeln zu kommen.“

Gerade für die Akquise jungen Klientels ist der Bikepark Winterberg mit seinem jährlichen Festival nicht mehr wegzudenken. Über 40 000 Besucher kamen in diesem Jahr zum „iXS Dirt Masters“ an die Kappe. Tendenz: weiter steigend. Übrigens, noch bis zum 6. November laufen die Lifte für die Biker bei entsprechender Witterung.

Soviel zur Bilanz, jetzt zur Zukunft: Geplant ist 2012 der Bau eines Trailparks insbesondere für Fahranfänger im Bremberg-Gebiet mit so genannten Singletrails, ähnlich denen im nahe gelegenen Bikepark. Der Unterschied: Die Strecken sollen querfeldein führen, sie sollen in Sachen Schwierigkeitsgrad einen leichten Einstieg in diesen Sport ermöglichen und einen Lift wird es nicht geben.

„Wir möchten zudem die Vernetzung der Region im Radtourismus in Richtung Edersee vorantreiben. Voraussetzung dafür ist der Lückenschluss des Radweges von Winterberg nach Züschen. So könnten wir den E-Bike-Boom auch in diese Richtung nutzen sowie den Ruhrtalradweg auch besser an Medebach und Hallenberg anbinden, wenn es dafür gute Trassen gibt“, so Beckmann. Winterbergs Bürgermeister Werner Eickler hatte die Realisierung des letzten Radweg-Teilabschnitts von Winterberg nach Züschen unlängst vorsichtig für das kommende Jahr in Aussicht gestellt.

Nicht zufrieden ist Michael Beckmann zurzeit mit der Vermarktung der Mountainbike-Schiene in der „Sauerland Radwelt“. „Da muss jetzt wieder das Augenmerk drauf gelegt werden. Schließlich ist das Thema Mountainbike der Markenkern der Bike Arena und für die gesamte Region enorm wichtig.“

 
 

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