„Das Feiern allein reicht nicht“

Die Kinder aus dem Bonifatius-Heim in Paderborn werden - wie diese Jugendlichen - sicherlich viel Spaß beim Zelten an der Schützenhalle in Udorf haben.
Die Kinder aus dem Bonifatius-Heim in Paderborn werden - wie diese Jugendlichen - sicherlich viel Spaß beim Zelten an der Schützenhalle in Udorf haben.
Foto: FUNKE Foto Services
Udorfer Schützen laden Heimkinder für ein Wochenende ein und übernehmen soziale Verantwortung.

Udorf..  Eine gelungene Idee, die Schule machen könnte, setzt die kleine Schützenbruderschaft St. Johannes Udorf jetzt in die Tat um. Vorstandsmitglied Rainer Wollenberg (46), einer der Initiatoren, und seine Kollegen laden 15 Kinder und fünf Betreuer aus dem Bonifatius-Kinderheim in Paderborn zu einem kostenlosen verlängerten Wochenende in und um die Schützenhalle in Udorf ein. Am Freitag, 7. August, ist es soweit. Dann reist die Gruppe in die 250-Seelen-Gemeinde.

Hat die Bruderschaft ein ähnliches Projekt schon mal durchgeführt?

Rainer Wollenberg: Nein, in dieser Art noch nicht. Das dürfte auch ziemlich einmalig sein. Wir haben im letzten Jahr einen Grillwettbewerb organisiert und den Erlös dem Kindergarten Giershagen zukommen lassen. Ansonsten wird unsere Schützenhalle, die im Eigentum des Vereins steht, in der Ferienzeit häufig an größere Jugendgruppen vermietet, die auf der angrenzenden Wiese zelten.

Was waren die Beweggründe, Kinder kostenlos zu verpflegen und unterzubringen?

Wir denken, dass eine Schützenbruderschaft mit einer so langen Tradition, wie wir sie in Udorf haben, auch eine soziale Verantwortung gegenüber der Gesellschaft hat. Dies wollen wir zum Ausdruck bringen, indem wir einer Gruppe benachteiligter Kinder etwas Freude bereiten. Denn allein nur Schützenfest feiern reicht nicht. Wir haben unsere Idee auf der jüngsten Generalversammlung vorgetragen. Alle Schützen und der Vorstand um unseren 1. Vorsitzenden Matthias Horn haben sofort zugestimmt. Das war überwältigend.

Wie haben die Kinder die Einladung aufgenommen?

Zwei Schützenkollegen haben die Kontakte nach Paderborn geknüpft, und sie waren auch vor Ort. Sie berichteten, dass die Freude riesengroß war. Die Kinder fiebern dem Wochenende entgegen. Ansonsten sind Fahrten oder Ausflüge, die immer eine schöne Abwechslung für die Jugendlichen bedeuten, nur mit Spenden möglich.

Wie sieht der Programmablauf am Wochenende aus?

Die Gruppe reist am Freitag an und baut die Zelte auf. Es gibt ein Lagerfeuer mit Nachtwanderung. Wir haben einen Sponsor gefunden, der den Kindern am Samstag einen Ausflug mit Mittagessen in den Freizeitpark Fort Fun ermöglicht. Am Sonntag wollen wir mit den Kids ein kleines Kinderschützenfest feiern. Es beginnt mit einer Schützenmesse um 10 Uhr, zu der auch der Paderborner Weihbischof König und zahlreiche Gäste erwartet werden. Anschließend soll der Kinderschützenkönig ermittelt werden, der sich auch in einem Umzug präsentieren darf. Dazu spielt unser Spielmannszug. Das Fest klingt mit einem gemütlichen Beisammensein aus. Rückreise ist dann am Montag.

Wer hilft alles mit?

Wir sind 14 Leute im Schützenvorstand, die in der Halle und drumherum mit anpacken. Sollte es regnen, wird alles in die Halle verlagert. Und es gibt auch Helfer aus der Bevölkerung. Würstchen und Getränke werden zum Teil gesponsert. Dafür sind wir sehr dankbar.

Soll das Projekt künftig jedes Jahr stattfinden?

Warum nicht. Es gibt genug Kinder und Jugendliche in der Region, die unserer Hilfe bedürfen. Wir möchten mit dem Projekt aber auch größere Vereine anregen, Mitmenschen, denen es vielleicht nicht so gut geht wie uns, mit ähnlichen Aktionen zu unterstützen. Wenn wir das schaffen, hat unsere Wochenend-Aktion schon sehr viel gebracht.

 
 

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