Dampflok bringt die ersten Schlafwagen nach Brilon Wald

Einen Schritt weiter: Die Initiatoren des Waldbahnhof-Projektes (v.l.) Moritz von Twickel, Eckhard Lohmann, Harald Brüne, Bernd Sinemus, Paul Witteler sowie von Brilon Wald aktiv Ariane Drilling, Gabi Müller und Karla Hennecke
Einen Schritt weiter: Die Initiatoren des Waldbahnhof-Projektes (v.l.) Moritz von Twickel, Eckhard Lohmann, Harald Brüne, Bernd Sinemus, Paul Witteler sowie von Brilon Wald aktiv Ariane Drilling, Gabi Müller und Karla Hennecke
Foto: WP
Es kommt Bewegung ins „Waldbahnhof Sauerland“-Projekt. Nächste Woche, am 31. Mai, bringt eine historische Dampflok drei Waggons nach Brilon Wald. Rund um die Ankuft gibt es Infos zu dem Hotelprojekt und Leckeres in fester und flüssiger Form.

Brilon Wald..  Er brachte einst „Zugluft unter die Schieferdächer von Brilon“, schwärmten die Medien in den 70-er Jahre von Heinz „Knüller“-Müller, dem umtriebigen Verkehrsdirektor der Stadt des Waldes. Der legendäre Club- und Partyreisen-König besorgt seiner einstigen Wirkungsstätte jetzt sogar Züge. Drei Eisenbahn-Waggons aus dem Müller’schen „Euro-Express“-Fundus beziehen in der kommenden Woche auf dem Bahnhof Brilon Wald Station. Eine historische Dampflok schafft sie ins Sauerland. Samstag, 31. Mai, um 12 Uhr werden sie erwartet.

Es kommt also Bewegung ins „Waldbahnhof Sauerland“-Projekt. Und zwar auf allen Ebenen.

„Wir haben die Zahl der Kommanditisten deutlich erhöht und die Einlagen fast verdoppelt“ zog Eckhard Lohmann am Donnerstag eine erste Bilanz zu der im März gestarteten Kapital-Akquise. Auf rund drei Millionen Euro ist das Projekt kalkuliert. Die drei Waggons sind der Einstieg. Zwei sind reine Liegewagen mit 60 bzw. 69 Schlafplätzen, der dritte ein Reisewagen, dessen Abteile zu Sanitärzellen umgerüstet werden.

Park & Ride und neue Straße

Für sie wird auf dem ehemaligen Holzverladeplatz eigens ein Standgleis neu angelegt. Das geschieht auf Kosten der Investoren.

Davon unabhängig steckt auch die Stadt Brilon Geld in die Sanierung des Bahngeländes. Der Bauausschuss vergab Mittwochabend in nichtöffentlicher Sitzung den Auftrag zum Neubau der Straße und zur Schaffung von 18 Park- & Ride-Parkplätzen. Rund 290 000 Euro sind für die neue Fahrgasse parallel zur Korbacher Straße im Haushalt veranschlagt. Dort sind allerdings auch 129 000 Euro als KAG-Einnahmen aufgeführt, die von den Anliegern, hier also vor allem von den Waldbahnhofs-Investoren, aufzubringen wären. Für weitere 55 000 Euro installiert die Stadt die P&R-Plätze. Die Hotel-Investoren ihrerseits docken ihre rund 80 Parkplätze dort auf eigene Rechnung an. Die Stellflächen werden entlang der Böschung zur Korbacher Straße hin angelegt.

Für Zündstoff sorgte Mittwochabend in der nichtöffentlichen Sitzung auch ein Punkt, der das Bahnhofs-Projekt - je nach Standpunkt - nur peripher oder zentral betrifft: Die künftige Nutzung des ehemaligen Chemviron-Geländes.

Wie berichtet, möchten die Waldbahnhof-Investoren diese unmittelbar angrenzende Fläche mit dem markanten Essigturm für touristische Zwecke nutzen. Eckhard Lohmann: „Nur so kann Brilon Wald zum landesübergreifenden Tourismus-Portal zwischen Willingen und Brilon werden.“

Kaufoption verfallen lassen

Das seit 2002 rechtskräftig als Gewerbegebiet ausgeflaggte Gelände befindet sich in Eigentum der landeseigenen NRW.Urban, einer Nachfolgegesellschaft der früheren LEG. Wenn die allerdings Gelände verkaufen möchte, braucht sie dazu die Zustimmung der Stadt Brilon. Die hatte der Hauptausschuss im September 2011 erteilt, als die Hotel-Investoren das ehemalige Chemviron-Areal erwerben wollten.

Allein: Das notarielle Kaufangebot war nicht beurkundet worden. Weshalb die NRW.Urban es als hinfällig ansieht und - wie Mittwoch berichtet - weitere Bewerber ins Boot nahm. Bau- und Planungs- sowie Hauptausschuss befassten sich am Mittwochabend in nichtöffentlicher Sitzung damit. Und vertagten die Entscheidung, da sich kurzfristig noch ein weiterer Interessent gemeldet hat, der Geländeteile für Freizeitzwecke nutzen möchte. Die FDP hatte sich vehement für den Verkauf an die gewerblichen Investoren stark gemacht.

 
 

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