„Dafür müssen andere viel Energie aufwenden“

Bademeister Werner Brüseke hat genau gemessen: Die Wassertemperatur im Freibad Alme beträgt genau 24,2 Grad.
Bademeister Werner Brüseke hat genau gemessen: Die Wassertemperatur im Freibad Alme beträgt genau 24,2 Grad.
Foto: WP
Das einzige beheizte Freibad im Briloner Stadtgebiet, das Badcelona in Alme, ist nahezu temperaturunabhängig. Die Wassertemperatur beträgt fast rund um die Uhr 24 Grad.

Alme.  Natürlich war es nur ein Gerücht, das für eine Weile kursierte. Demnach sollte das Freibad Badcelona, der ganze Stolz des Dorfes, nicht mehr beheizt werden. „Es ist uns völlig schleierhaft, wer so etwas in die Welt setzt“, schüttelt Andrea Adams, Vorsitzende des Fördervereins Freibad Alme, verärgert den Kopf. Denn das Gegenteil ist der Fall: Die Anlage überzeugt mit einer konstanten Wassertemperatur von 24 Grad. Und das täglich und fast rund um die Uhr. Weil sie über ein einzigartiges System verfügt.

Das einzige beheizte Freibad im Briloner Stadtgebiet ist nahezu temperaturunabhängig. Bademeister Werner Brüseke hat es schwarz auf weiß. Akribisch führt der 56-Jährige Buch. „Selbst bei Nachttemperaturen um 14 oder 15 Grad halten wir die 24 Grad. Ist es etwas kälter nachts, erreichen wir schon am Vormittag wieder unseren Spitzenwert. Der große Pufferspeicher sorgt Tag und Nacht für angenehme Temperaturen. Dafür müssen andere Bäder viel Energie und viel Zeit aufwenden. Denn zufließendes Wasser lässt sich nicht mal eben aufwärmen.“ Ermöglicht wird das Ganze durch ein im norddeutschen Raum einzigartiges Wärmesystem mittels einer Dampfmaschine (Lokomobil, Jahrgang 1953) aus dem benachbarten Sägewerk. Die dabei frei werdende Abwärme beheizt das Wasser über Wärmetauscher und eine 350 Meter lange Fernleitung.

10 000 Euro für Wärmetauscher

Um ganz sicher zu gehen, wurde der Wärmetauscher vor der Saison für 10 000 Euro vergrößert. Eine stattliche Summe, die der kleine Förderverein mit seinen Ehrenamtlichen stemmen musste. „Ohne Spenden geht so etwas nicht. Aber mit der Investition haben wir unser Ziel erreicht“, stellt der 2. Vorsitzende Rüdig Sürig zufrieden fest.

„An wärmeren Tagen“, ergänzt Bademeister Brüseke, „müssen wir jetzt sogar die Heizung abstellen. Sonst würde die Temperatur über 30 Grad gehen. Und das ist dann keine Erfrischung mehr.“ Aber keine Sorge: Die nicht benötigte Wärme verpufft nicht ungenutzt, sondern fließt automatisch in die nahe gelegene Gemeindehalle und erwärmt dort, quasi kostenfrei und unter Vermeidung unnötiger CO2-Emissionen, die Räume.

Zurück zum Beckenrand. Werner Brüseke lobt die Wasserqualität. „Wir werden viermal im Jahr unangemeldet vom Hygieneinstitut Gelsenkirchen kontrolliert. Es hat noch nie Beanstandungen gegeben.“ Überprüft werden auch PH-Wert und Chlorgehalt in den Becken und im Duschbereich. Viel läuft hier noch manuell ab. Doch das ändert sich. Schon im kommenden Jahr soll eine neue Mess- und Regeltechnik eingebaut werden. Auch das kostet wieder viel Geld.

Weitere Investitionen

„Doch ohne permanente Modernisierungsmaßnahmen geht heute nichts mehr“, haben Rüdiger Sürig und seine Kollegen erkannt. So gibt es schon bald freien W-Lan-Empfang auf der schmucken Anlage. Neue Spielgeräte, eine Spieleburg für die Kinder, das schnell aufgebaute Beachvolleyballnetz, es wird einiges getan. „Wir haben noch viele Ideen für die nächsten Jahre“, verspricht der Vorstand.

 
 

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